Archivierter Artikel vom 08.03.2012, 10:25 Uhr
Wuppertal

Osterglocken: Frühlingsboten mit großer Show

Die goldgelben oder weißen Trompetenblüten an langen Stängeln begrüßen den Frühling: Osterglocken stehen ihrem Namen nach bald vor ihrem großen Auftritt. Besonders gut wirken sie in großen Mengen.

Lesezeit: 3 Minuten
Narzissen gibt es in vielen Farbnuancen
Narzissen gibt es in vielen Farbnuancen: in klein- und großblumigen Formen, mit einfachen und gefüllten Blüten und sogar zweifarbig.
Foto: Hilke Segbers – DPA

Wenn rauschende Wogen aus Gelb und Weiß die Gärten und Grünanlagen zieren, dann hat die Blüte der Narzissen ihren Höhepunkt erreicht. Die Zwiebelpflanze gehört zu den prächtigsten Boten des Frühlings. Sogar der britische Thronfolger, Prinz Charles, trägt sie an manchen Feiertagen im Knopfloch, denn in Wales ist die Schönheit Nationalblume. Narzissen, die landläufig auch Osterglocken genannt werden, gehören zur Familie der Amaryllisgewächse und werden 10 bis 40 Zentimeter hoch.

Tupfer auf dem Rasen
Viele weiße und gelbe Tupfer auf dem Rasen: Narzissen sollte man nicht vereinzelt pflanzen, denn sie wirken erst in großen Mengen richtig gut.
Foto: Andrea Warnecke – DPA

Narzissen gibt es in vielen Farbnuancen, in klein- und großblumigen Formen, mit einfachen und gefüllten Blüten. «Narzissen verkörpern Aufbruch und stehen für Frühlingsgefühle», sagt Anja Maubach, Staudengärtnerin aus Wuppertal. Sie rät daher zu einer geballten Bepflanzung: «Narzissen sollte man nicht vereinzelt pflanzen, denn sie wirken in großen Mengen erst richtig gut.»

Landläufig auch Osterglocke genannt
Die Narzisse wird landläufig auch Osterglocke genannt. Sie ist das gärtnerische Symbol für die Osterfeiertage.
Foto: Andrea Warnecke – DPA

Dann allerdings vermöge es kaum eine andere Pflanze, einen so intensiven Farb- und Blütenrausch im Beet oder auf dem Rasen zu produzieren. «Am schönsten und natürlichsten wirken die Frühlingsboten, wenn man die Zwiebeln beim Pflanzen aus den Säcken schüttet und so liegen lässt, wie sie fallen», rät Maubach, die auch als Gartenplanerin tätig ist.

Narzissen sind wahre Alleskönner. «Sie passen nicht nur zu Gehölzen, auf Wiesen und ins Staudenbeet. Sie eignen sich auch für eine Kübelbepflanzung und als Schnittblume», sagt Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie in Bad Zwischenahn. In Kombination mit dem blauen Frühlings-Gedenkemein (Omphalodes verna), dem gelben Steinkraut oder dem Leberblümchen (Anemone hepatica) sind besonders weiße Narzissen wie die mehrblütige und leicht duftende Sorte 'Thalia' vor Gehölzen ein Hingucker. In Kübeln lassen sie sich wirkungsvoll mit Primeln oder Traubenhyazinthen kombinieren.

Die gelbe Sorte 'Tahiti' ist eine großblumige, gefüllte Narzisse. Sie hat keine erkennbare Trompete, dafür aber anmutige, abgerundete Kronenblätter. Für die frühe Blüte empfiehlt Erika Brunken die kleinblütigen Sorten 'Jetfire' und 'February Gold'. «Zum Schnitt für die Vase eignen sich besonders die großblumigen Sorten 'Dutch Master' und 'Carlton'.»

Aber Vorsicht: Osterglocken sondern nach dem Schnitt eine schleimige Substanz ab, die andere Blumen schneller welken lässt. Aus diesem Grunde sollte man sie in einer separaten Vase für etwa 24 Stunden ausschleimen lassen, bevor sie im Strauß kombiniert werden.

Narzissen mögen es wintertrocken und sonnig, Staunässe sollte vermieden werden. «Sonne ist besonders für die großblumigen Sorten wichtig, damit sie standfest sind und bei Regen und Wind nicht so leicht umfallen», erläutert Brunken. Der Boden sollte alle zwei bis drei Jahre gekalkt werden.

Eine Kompostgabe von drei bis fünf Liter pro Quadratmeter bekommen die Osterglocken im Frühjahr. Brunken rät, die Pflanzen nach der Blüte etwa Anfang bis Mitte April mit einem phosphatreduzierten, schnelllöslichen Volldünger zu versorgen. Er sollte ausgebracht werden, solange die Blätter der Osterglocken noch grün sind, denn «dann kann die Pflanze die Nährstoffe noch aufnehmen und sie in der Zwiebel für Zuwachs und neue Blütenanlagen im nächsten Jahr speichern», sagt Brunken.

Grundsätzlich sollte man die Blätter erst entfernen, wenn ihnen alle Nährstoffe entzogen und diese gespeichert wurden. «Die Blüte kann hingegen bereits nach dem Verblühen abgeknipst werden», sagt Anja Maubach. Dann werde die vorhandene Energie nicht für die Samenbildung investiert.

Narzissen im Herbst pflanzen

Sind die Narzissen verblüht, bleiben die Zwiebeln den Sommer über im Beet. Neue Bestände werden im Herbst gesetzt. Die Zwiebeln kommen etwa doppelt so tief in den Boden, wie die Zwiebel selbst dick ist, erläutert Erika Brunken. «Osterglocken werden in der Regel nicht von Wühlmäusen verzehrt und ihre Bestände wachsen stetig an, wenn sie gut ernährt werden.»