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Sotschi

Oranje-Eisflitzer begeistern König und Robben

Arjen Robben frotzelte seine Bayern-Kollegen, Alt-Star Ruud Gullit gratulierte via Twitter, und sogar der König huldigte den neuen Olympia-Helden der Oranjes. Der «fliegende Holländer» Sven Kramer hat in Sotschi die hohen Erwartungen seiner Landsleute mehr als erfüllt.

Trio
Die Niederländer Sven Kramer (M.), Jan Blokhuijsen (r) und Jorrit Bergsma standen auf dem Podium.
Foto: Vincent Jannink – DPA

Der Rekordweltmeister sicherte sich in der Adler-Arena über 5000 Meter die 100. Goldmedaille in der Geschichte des olympischen Herren-Eisschnelllaufs. «Natürlich stand ich unter Druck. Es zählte nur Gold», gab Kramer erleichert zu.

Der Eis-Millionär funktionierte auf dem schweren Eis wie ein Uhrwerk und ließ der Konkurrenz in 6:10,76 Minuten keine Chance. Der zweitplatzierte Jan Blokhuijsen (6:15,71) und Jorrit Bergsma (6:16,66) auf Platz drei vollendeten den ersten Dreifach-Erfolg der Niederländer in der olympischen Geschichte über diese Distanz. «Een, twee, drie – ein großartiger Auftakt. Etwas Tolleres gibt es nicht», schwärmte Majestät Willem-Alexander von Oranien-Nassau über die Eis-Koryphäen seines Landes.

Kritische Töne kamen dagegen aus Norwegen. «Ich habe bei drei Niederländern auf dem Podium gemischte Gefühle», stichelte der fünftplatzierte Sverre Lunde Pedersen. In Holland funktioniere das Blutdoping-Kontrollsystem nicht so perfekt wie in seiner Heimat. Diese Kritik wird in den Niederlanden überhört. «Wir sind so stark, weil die Konkurrenz im eigenen Land so groß ist und wir unheimlich viel trainieren müssen», erwiderte Bergsma in der Pressekonferenz.

Auch Robben schert sich nicht um solche Einwürfe. Am Morgen des Rennens schickte er seinem Freund Kramer noch eine Foto-Botschaft, in der er in einem Trikot mit der Aufschrift «Success 1. Sven» posierte. «Noch vor dem Spiel in Nürnberg habe ich ihn angerufen», berichtete Robben in der TV-Sendung «Studio Olympia». Und genüsslich erwähnte er auch, wie er seine deutschen Bayern-Kollegen auf der Heimfahrt nach dem 2:0-Erfolg im Derby aufgezogen habe. «Wir haben jetzt mehr Medaillen als Deutschland. Das habe ich ihnen ständig vorgehalten», erzählte Robben: «Sven ist einfach ein sehr großer Sportler. Und ich hoffe, dass er noch mehr gewinnt.»

Kramer freute sich sichtlich über den großen Rückhalt aus der Heimat. «Arjen hat mich drei Stunden vor dem Wettkampf mit seiner Botschaft überrascht. Das war sehr nett.» Nach seiner fünften Olympia-Medaille – der zweiten goldenen nach den 5000 Metern von Vancouver – konnte sich Kramer vor Resonanz aus der Heimat kaum retten. Turn-Olympiasieger Epke Zonderland war im orangenen Trainingsanzug live auf der Tribüne dabei, Ex-Milan-Star Gullit postete euphorisch via Twitter: «Ich bin so stolz. Erstes Gold für die Niederlande und olympischer Rekord für Sven Kramer.»

Noch vor vier Jahren war Kramer der tragische Held, als er – über 10 000 Meter klar auf Sieg laufend – von seinem Coach falsch eingewiesen und wegen Bahnwechsels disqualifiziert wurde. Nach seinem Triumph gab er zu, monatelang mit dieser Schmach gehadert zu haben. Erst jetzt sei der Schock von Vancouver endgültig abgehakt.

Die Deutschen erfüllten mit zwei Plätzen in den Top Ten wenigstens das Minimalziel des Verbandes – richtig zufrieden waren sie aber nicht. Angefeuert von Schwester Stephanie, der Team-Olympiasiegerin von Vancouver, kämpfte Patrick Beckert verbissen um jede Hundertstel und wurde in 6:21,18 Minuten Achter. «Über den Platz habe ich mich ein wenig geärgert, aber die Leistung war okay», formulierte der Erfurter höhere Ansprüche. «Mir fehlten fünf Sekunden zu Bronze. Ich bin viel näher rangekommen. Aber gegen die One-Man-Show, die Kramer seit vier Jahren abzieht, konnte keiner was machen.» Auch der Zehnte Moritz Geisreiter war unglücklich über Platz zehn. Dem Inzeller fehlte am Ende die Kraft.

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