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Olympia-Stadt Rio: Wut wegen möglichen Kürzungen

Rio de Janeiro (dpa). In Brasilien laufen das Nationale Olympische Komitee und der Bundesstaat Rio de Janeiro gemeinsam Sturm gegen drohende Einnahmeausfälle. Dabei geht es um Tantiemen und Aufwandszahlungen in Milliardenhöhe, die Rio aufgrund der lukrativen Ölförderung vor seiner Küste erhält.

Dem brasilianischen Kongress liegt ein Entwurf zur Entscheidung vor, wonach die «Royalties» künftig gleichmäßig auf alle 26 Bundesstaaten und den Distrikt Brasília verteilt werden sollen. Rio fürchtet nach Medienberichten Ausfälle von bis zu vier Milliarden US-Dollar (2,9 Mrd. Euro) jährlich und einen Schaden für die Olympischen Spiele 2016 und die Fußball-WM 2014.

Eine Reduzierung dieser Einnahmen hindere den Bundesstaat Rio de Janeiro, die notwendigen Arbeiten für die Olympischen Spiele 2016 zu verwirklichen, warnte der Präsident des Organisationskomitees Rio 2016, Carlos Arthur Nuzman, in einem Schreiben. Er erinnerte an die Verträge Brasiliens mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und die daraus entstehenden Verpflichtungen. Wenn der Gesetzentwurf, der bereits im Parlament gebilligt wurde, nun auch im Senat abgesegnet wird, stelle dies in der Konsequenz einen Bruch der Verträge dar, warnte Nuzman, der sich in dieser Frage einig weiß mit Rios Bürgermeister Eduardo Paes und Gouverneur Sergio Cabral.

Allerdings könnte der oberste Olympia-Befürworter, Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, gegen eine solche Entscheidung sein Veto einlegen. Fraglich ist aber, ob dies im Wahljahr 2010 geschickt wäre, denn viele Bundesstaaten und damit auch Wähler würden von der Neuregelung profitieren.

Die Stadtväter in Rio ließen vorsorglich Transparente in der Stadt am Zuckerhut spannen, in denen die «Cidade Maravilhosa» (Wunderbare Stadt) gegen die drohenden Kürzungen protestiert. Die Plakate wurden nicht nur am städtischen Theater befestigt, sondern auch auf dem 700 Meter hohen Corcovado-Berg vor Rios Wahrzeichen, dem Cristo Redentor. Die Zeitung «O Globo» titelte am Dienstag bereits in großen Lettern: «Olympischer Schaden».

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