Archivierter Artikel vom 16.09.2010, 09:56 Uhr

Olympiasieger Steiner: Debüt bei Gewichtheber-WM

Hamburg (dpa). Auch mit erwachsenen 28 Jahren reißen die Premieren für Olympia-Held Matthias Steiner nicht ab. Zum ersten Mal betritt der superschwere Gewichtheber im Dress der deutschen Nationalmannschaft die Bühne bei einer Weltmeisterschaft.

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Premiere
Matthias Steiner tritt zum ersten Mal für Deutschland bei einer WM an.

Olympia stand für ihn bereits im Zeichen von Schwarz-Rot-Gold, auch zwei Europameisterschaften, aber ein Weltchampionat noch nie. Der gebürtige Österreicher, der vor 33 Monaten Deutscher wurde, steigt am 26. September traditionell zum Abschluss der Welttitelkämpfe auf die Bühne. Die zehntägigen Wettbewerbe im türkischen Antalya beginnen am 17. September.

Der mit rund 140 Kilogramm schwerste der deutschen Heber ist der einzige Kandidat im elfköpfigen Team mit Aussichten auf Edelmetall. «Ich will mit einer Medaille heimkehren», sagt der «Sportler des Jahres 2008». «Gold ist aber kein Thema. Ich bin erst wieder auf dem Weg zu alter Stärke.» Seit dem Olympiasieg sei vieles anders geworden, erklärt er, motiviert sei er jedoch noch immer.» Wegen monatelanger PR-Tour im Glanze des Olympia-Goldes und anschließender Verletzungspause war Steiner rund ein Jahr weg von der Hantel.

Bundestrainer Frank Mantek steckt mit seinem Schützling mitten im Neuaufbau. «Matthias ist willig. Aber er hat einige technische Baustellen», berichtet der 51-Jährige. Insbesondere im Reißen fällt der Olympiasieger mitunter in alte Muster zurück. Deshalb ist die WM für ihn nur eine Zwischenstation. Steiner: «Wenn es nicht klappt mit der Medaille, geht die Welt nicht unter.»

Olympische Dimensionen, als Steiner in Peking die Hantel im Zweikampf auf unglaubliche 461 Kilogramm wuchtete, stehen derzeit nicht zur Debatte. Die Zielmarke lautet 440 Kilo. Manteks Rechnung ist einfach: «Vergangenes Jahr waren es 430, jetzt planen wir 440, im nächsten Jahr 450 Kilo. Und in London kämpfen wir um Gold mit.» Bei der diesjährigen EM in Minsk hatte der für Chemnitz startende Heidelberger 426 Kilo in die Wertung gebracht und damit Bronze erobert.

In Steiners Gefolge sind sein superschwerer Kollege Almir Velagic (Speyer), der sich stetig verbessert und im Olympiasieger eine effektive Zugmaschine sieht, sowie Ex-Europameister Jürgen Spieß (Speyer), der sich nach einer Knieoperation an frühere Lasten herantastet. Für Punkte in der Nationenwertung, die bereits als erster Teil in die Olympia-Qualifikation für London eingehen, sollen zudem Tom Schwarzbach (Chemnitz), Jakob Neufeld (Dortmund) und René Horn (Frankfurt/Oder) sorgen.

Bei den Frauen sind fünf Athletinnen am Start, aber nur vier dürfen laut Reglement des Weltverbandes Olympia-Punkte für Deutschland sammeln. Das Quartett bilden Kathleen Schöppe (Chemnitz), Julia Rohde (Görlitz), Anett Goppold (Eibau) und Sabine Kusterer (Durlach). Mandy Wedow aus Neuhardenberg will ihre Bestleistung angreifen. Teil zwei der Olympia-Qualifikation folgt bei der nächstjährigen WM.