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    Brüssel

    Olympia-Rekord für Chusovitina

    An Barcelona kann sich Oksana Chusovitina kaum noch erinnern. Gerade mal 17 Jahre war die Turn-Ikone, als sie mit der Riege der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) 1992 Olympia-Gold erkämpfte.

    Vorfreude
    Oksana Chusovitina freut sich auf die Olympischen Spiele in London.
    Foto: Arne Dedert - DPA

    «Damals war nur wichtig, sich überhaupt für die Riege zu qualifizieren. 30 Turnerinnen hatten Weltniveau. Da war das Team so stark und musste sich bei Olympia bloß noch Gold abholen», sagte 37-jährige Chusovitina, nachdem ihre nunmehr sechste Olympia-Teilnahme perfekt war.

    Schon mit fünf Olympia-Starts war sie als Turnerin in Peking auf einsamer, schier uneinholbarer Höhe und faszinierte als damals 33-Jährige mit dem Gewinn der olympischen Silbermedaille am Sprung. Als sie vor vier Jahren den Start in London als nächstes Ziel ausgab, wurde sie müde belächelt. Nun ist die britische Hauptstadt für sie Realität. «Schön, dass es angesichts der vielen Verletzungen doch noch geklappt hat. Aber nach London ist nun definitiv Schluss», betonte die mit Abstand älteste Turnerin der Weltelite in ihrer 24. Wettkampfsaison. Den Begriff «Turn-Oma» sieht sie daher gar nicht abwertend, auch wurde sie schon als «Queen Mum des Turnens» postuliert.

    Nicht weniger als 17 Medaillen bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften zieren bisher ihre Sammlung, die vorerst letzte kam im Mai bei der EM in Brüssel mit Sprung-Silber hinzu. Niemand außer ihr kann von sich behaupten, Edelmetall in vier verschiedenen National-Trikots gewonnen zu haben. Nach ihren ersten WM-Titel für die UdSSR 1991 mit nur 16 Jahren und Barcelona-Gold mit der GUS startete sie 14 Jahre lang für Usbekistan, ehe sie 2006 die deutsche Staatsbürgerschaft annahm und in Schwarz-Rot-Gold ihren dritten sportlichen Frühling erlebte.

    Ihren Wechsel in die neue Heimat nach Pulheim/Brauweiler vollzog sie wegen der akuten Leukämie-Erkrankung ihres Sohnes Alisher, die in ihrer Heimat Taschkent nicht optimal behandelt werden konnte. Bei Fachleuten in Köln war Alisher jedoch in guten Händen und wurde auch dank der Spenden-Hilfe der Welt-Turngemeinde wieder gesund. Heute ist Alisher ein begeisterter Fußballer und mit fast 13 Jahren auch der wohl jüngste Kritiker seiner Mama.

    «Als ich aus Brüssel nach Hause kam, hob er den Zeigefinger und meinte: 'Mama, die Beine waren aber nicht richtig gestreckt'. Als ich ihm antwortete, dass ich aber Silber gewonnen habe, meinte er cool: Mit gestreckten Beinen hättest Du Gold geholt», berichtete «Chuso» mit einem Schmunzeln. «Aber ich finde es gut, wenn er mir das so geradezu ins Gesicht sagt», fügte sie hinzu. In London ist Alisher nun auf der Tribüne Gast der Turn-Finals und drückt die Daumen, dass es zum Karriere-Ende der Mutter mit Medaille Nummer 18 klappt.

    Dazu muss Chusovitina aber wie in Peking den Tsukahara mit zwei Schrauben anbieten. «Das werden harte Wochen im Training. Aber wenn ich den Sprung nicht bringe, brauche ich mir gar keine Hoffnungen zu machen.» Fast noch wichtiger ist für sie aber, mit der deutschen Riege in das Team-Finale der Top 8 einzuziehen, was für sie als Einzelkämpferin in Usbekistan utopisch war. Dass sie vor 20 Jahren schon einmal Olympia-Gold in der Mannschaft holte, blendet sie dabei aus. «Damals gab es ja noch keine Team-Finals», meinte sie lächelnd.

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