Archivierter Artikel vom 25.08.2010, 12:08 Uhr
Singapur

Olympia-Intensivkurs für Nachwuchskräfte in Asien

Workshop, Wettkampf, warme Worte – während die 70 deutschen Athleten bei den ersten Olympischen Jugendspielen in Singapur um Medaillen wetteifern, bestreiten 29 Nachwuchskräfte aus den Bereichen Training, Wettkampf, Medien und Führung ihren ganz eigenen Triathlon.

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Sie sind Teilnehmer des von der Deutschen Sportjugend (dsj) parallel zu den Spielen veranstalteten Workcamps. «Die Jugendlichen sollen am Ende der zwei Wochen eine Meinung zu den Olympischen Jugendspielen haben. Sie müssen sie nicht gut finden, aber jeder soll seinen Standpunkt mit Argumenten auch gegen Kritik verteidigen können», erklärt Kerstin Holze das Ziel des Langzeitseminars in Südostasien. «Wenn es am Ende einen Teilnehmer gibt, der seine Sicht der Dinge nicht begründen kann, dann haben wir etwas falsch gemacht.»

Die 30 Jahre alte Vorsitzende der deutschen Turnerjugend ist zusammen mit ihrem Mann Jan Holze, Vorstandsmitglied der dsj, verantwortlich für ein erfolgreiches erstes Workcamp. Um das zu erreichen, setzen die Veranstalter auf ein Drei-Säulen-Modell: Workshops, in denen Grundlagen erarbeitet und für die Bereiche Medien, Wettkampf, Training und Führung relevante Inhalte vertieft werden.

Doping, die olympischen Werte oder «Ökonomische Aspekte der Olympischen Spiele» heißen Themen auf dem Seminarplan. Dazu kommen Gesprächsrunden mit hochrangigen Sportfunktionären wie Präsident Thomas Bach oder Generaldirektor Michael Vesper vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Schließlich besuchen die 18 bis 23 Jahre alten Camp-Teilnehmer möglichst viele Wettkämpfe «um die olympische Atmosphäre zu erleben», sagt Jan Holze.

Wie für die Hauptveranstaltung, die Olympischen Jugendspiele, ist Deutschlands sportliche Führungsebene auch für das dsj-Workcamp voll des Lobes. «Die jungen Menschen machen dort Erfahrungen, die anderswo nicht möglich sind», sagt DOSB-Präsident Thomas Bach. Ingo Weiss, Vorsitzender der dsj, freut sich ebenfalls über den Auftakt und verspricht eine Wiederholung bei den nächsten Jugendspielen: «Andere Länder nehmen Deutschland hier zum Vorbild, in der Nachwuchsarbeit sind wir auf diesem Gebiet führend. Wir werden die Idee weiterentwickeln, vielleicht kann man das auf eine internationale Ebene heben.»

Die Jugendlichen seien überwältigt von den vielen Eindrücken, erzählt Kerstin Holze: «Für die meisten ist es der erste Aufenthalt außerhalb Europas. Das wird ein paar Tage dauern, bis sie alles verarbeitet und sich erholt haben.» Ganz so, wie man es nach einem Triathlon erwartet.