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    Olympia ade: Handballerinnen nach WM-Aus am Boden

    Strafexpedition statt Olympia-Ticket: Die deutschen Handballerinnen waren nach ihrem kläglichen WM-Scheitern am Boden zerstört. Die DHB-Auswahl darf nach dem 22:25 gegen Angola ab Sonntag in Sao Paulo nur noch um die Plätze 17 bis 24 spielen.

    Enttäuscht
    Die Gesichter der deutschen Handballerinnen nach dem WM-Aus sprachen Bände.
    Foto: Sascha Klahn - DPA

    In der Trostrunde warten in Kasachstan und am Montag in Tunesien oder Uruguay international allenfalls zweitklassige Gegner. «Aber dahin haben wir uns selbst gebracht», sagte Kapitän Isabell Klein, «und das werden wir jetzt auch durchziehen.»

    Dabei hatte die Weltmeisterschaft in Brasilien mit einem Überraschungssieg gegen Olympiasieger Norwegen vielversprechend begonnen. Durch die peinliche Pleite im fünften und abschließenden Vorrundenspiel gegen Angola am Freitag hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) das Achtelfinale verpasst und somit auch die letzte Chance auf einen Startplatz bei einem der drei olympischen Qualifikationsturniere.

    «Damit ist nun zum zweiten Mal in Folge bei einem Großturnier bestätigt worden, dass der deutsche Handball zurzeit offensichtlich nicht besser ist», sagte der enttäuschte Bundestrainer Heine Jensen. Der Däne ergänzte mit Blick auf den verpassten Einzug in ein Olympia-Qualifikationsturnier: «Darauf haben wir bis zuletzt gehofft, aber verdient gewesen wäre es nicht.»

    Trotz des am Ende blamablen Scheiterns wird es keine Personaldiskussion geben, zumal Jensen ja erst wenige Monate im Amt ist. Er hatte die Mannschaft nach dem 13. Platz bei der Europameisterschaft übernommen. «Den Trainer stelle ich in keinster Weise infrage», sagte DHB-Präsident Ulrich Strombach. «Dennoch ist das hier erzielte Ergebnis in höchstem Maße unbefriedigend. Ein Katastrophenspiel hätte man der verjüngten Mannschaft zugestanden, aber nicht drei hintereinander.»

    Eine Erklärung für das Debakel hatte auch Kapitän Isabell Klein nicht. «Wenn wir Lösungen für unsere Probleme hätten, würden wir sie auch anwenden», meinte die Linkshänderin. Besonders ratlos schienen Trainer und Spielerinnen zu sein, weil sie zu Beginn der WM gegen den späteren Gruppensieger und Turnier-Mitfavoriten Norwegen überraschend gewinnen konnten. «Da haben wir gesehen, wozu wir in der Lage sind. Aber ganz offensichtlich sind wir noch nicht so weit, das mit Konstanz abrufen zu können», sagte Klein.

    Dabei schien das Team im gesamten WM-Jahr auf einem guten Weg zu sein. Der souveränen und nicht unbedingt erwarteten WM-Qualifikation folgten herausragende Ergebnisse gegen internationale Top-Mannschaften wie Norwegen, Spanien, Schweden oder Dänemark, die allesamt locker in Brasilien das Achtelfinale erreichten. «Deshalb sind wir auch mit großen Erwartungen hier angereist. Aber jetzt sehe ich so viele Baustellen», erklärte Jensen.

    Bedauerlich ist, dass dieser zweite Betriebsunfall ausgerechnet wenige Tage vor der Bewerbung des DHB für die Ausrichtung der Frauen-WM 2017 passierte. «An der Bewerbung wird auch dieses Resultat nichts ändern», sagte DHB-Präsident Strombach.

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