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    Olympia 2018: Fürsten-Hochzeit als Meinungsbörse

    Durban (dpa) -Antichambrieren bei der Fürsten-Hochzeit in Monaco, Feinabstimmung am Finalort Durban: Im nervenzehrenden Bewerbungsmarathon um die Olympischen Winterspiele 2018 hat der Endspurt begonnen.

    München 2018
    München hat sich für die Olympischen Winterspiele 2018 beworben. Am 6. Juli fällt in Durban die Entscheidung.
    Foto: DPA

    Sogar die pompöse Hochzeit von Fürst Albert in Monaco nutzten die Münchner Olympia-Macher zur Sympathiewerbung. In Frack und Smoking versuchten Bundespräsident Christian Wulff und Deutschlands Ober-Olympier Thomas Bach, vor den knapp 50 anwesenden IOC-Mitgliedern im Fürstentum eine gewinnende Figur für das deutsche Großprojekt abzugeben.

    Ein bisschen Antichambrieren, ein bisschen Small Talk, und wenn angebracht, noch einmal die Vorzüge der bayerischen Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2018 einfließen lassen. Fürst Albert, seit 1985 selbst im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), nahm es gelassen und genoss seine Rolle als Gastgeber der Meinungsbörse sichtlich.

    8460 Kilometer südlich in Durban arbeiteten Münchens Frontfrau Katarina Witt, Bewerbungschef Bernhard Schwank und Co. fieberhaft am Feinschliff für die Abschlusspräsentation vor dem finalen Votum am Mittwochnachmittag in Durbans International Convention Center. Nur zwei Stunden nach seiner Ankunft am Sonntagnachmittag stellte sich auch Münchens Oberbürgermeister Christian Ude sofort tapfer in den Dienst der Sache - und das nach einem mehrtägigen Krankenhaus-Aufenthalt wegen einer schmerzhaften Darmerkrankung.

    «München 2018 kann jedem Gast drei unvergessliche Wochen garantieren», sagte Ude, «wir wären ein bisschen stolz, weltweit als erste Stadt nach Sommerspielen auch Winterspiele veranstalten zu dürfen. Aber die Nachhaltigkeit wäre auch ein Erfolg für die olympische Bewegung.» Michael Vesper, Aufsichtsratschef der Münchner Bewerbungsgesellschaft, versprach «die ersten klimaneutralen Spiele der Olympia-Geschichte».

    Auch die deutsche Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Unterhaltung und Sport unterstützt Münchens olympische Ambitionen mit großer Zuversicht. «Stellen Sie sich mal die Emotionen vor, die beim Einmarsch ins Münchner Olympiastadion unter dem historischen Zeltdach herrschen würden. Unser sportverrücktes Publikum würde die olympische Idee auf einer Welle der Begeisterung in die ganze Welt tragen», philosophierte Basketball-Star Dirk Nowitzki. Olympiasieger wie Magdalena Neuner, Felix Loch und Sven Hannawald träumen von einen Medaillen-Heimspiel in sieben Jahren.

    Die deutsche Wirtschaft hofft auf immense Impulse. SAP-Gründer Dietmar Hopp erwartet für Deutschland «einen ähnlich positiven Effekt, wie ihn die Fußball-WM 2006 ausgelöst hat». Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sieht «sehr gute» Chancen. Für Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke ist das Sportstätten-Konzept «schlüssig und kompakt».

    Der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Frank Walter Steinmeier, preist Olympia 2018 als eine Gelegenheit, «zu zeigen, dass die Deutschen nicht nur ein Volk sind, das die Großveranstaltungen organisieren kann, sondern fröhlich und zuversichtlich in die Zukunft schaut und freundlich mit Gästen umgeht». Schauspielerin Senta Berger erinnert sich gern an die Sommerspiele 1972 in der Isar-Metropole: «Das hat natürlich in der Stadt sehr viel initiiert, das war ein sehr großer Aufbruch.»

    Die nachhaltige Nutzung des Olympiastadions und des gesamten Olympiaparks wird auch am Mittwoch eine der Kernbotschaften der Münchner sein. Dafür probt das Team täglich bis in die Dunkelheit. Von Mittwoch bis Freitag hatte das noch dezimierte Präsentationsteam von München 2018 in unmittelbarer Nähe von Durban sogar ein dreitägiges «Trainingslager» bezogen, um möglichst ungestört an Einspielern, Aufsagern und dem Gesamtablauf feilen zu können.

    Jede Passage muss genau getimt werden, jeder Übergang muss sitzen. Die 45-minütige Kür soll schließlich ein emotionales Spektakel mit einigen Überraschungen werden. Gefühle, Fakten, Storytelling - das ist das Konzept. Der Münchner Auftritt eröffnet den Wahltag, gefolgt von den Vorstellungen des französischen Außenseiters Annecy und des südkoreanischen Favoriten Pyeongchang.

    «Aus meiner Sicht läuft alles bestens», betonte Verena Bentele. Der zwölfmalige Paralympics-Siegerin soll neben der alpinen Doppel-Olympiasiegerin Maria Höfl-Riesch und IOC-Mitglied Claudia Bokel aus Athletensicht von den Stärken der bayerischen Kandidatur schwärmen. Auch um ein Durban-Gastspiel von Basketball-Held Dirk Nowitzki haben sich die Münchner intensiv bemüht. Deutschlands bester Basketballer gab ihnen einen Korb - und den Auftrag, nicht ohne Sieg zurückzukehren.

    Bundespräsident Wulff trifft am Dienstag im Urlaubsparadies am Indischen Ozean ein und setzt seinen Einsatz für das nationale Anliegen fort. Pyeongchangs Delegation wird von Südkoreas Präsident Lee Myung Bak angeführt. Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy beschränkte sich dagegen auf einen Besuch der Hochzeit in Monte Carlo und schrieb den IOC-Funktionären einen 16 Zeilen langen Werbebrief. «Sarko» will sich offenbar die erwartete Abstimmungspleite der Franzosen in Durban ersparen - er schickt lieber seine Sportministerin.

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