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    Berlin

    Ohne Geldsorgen: Studienkosten richtig einschätzen

    Ein Studium zahlt sich auf lange Sicht aus. Akademiker verdienen später in der Regel besser als andere und sind seltener arbeitslos. Bis zum Abschluss ist es aber ein langer Weg.

    Angehende Studenten dürfen dabei auch den finanziellen Aufwand eines Studiums nicht unterschätzen. Studienabbrecher scheitern oft an Geldsorgen. Daher gilt es, die Kosten des Unilebens realistisch abzuschätzen und die Finanzierung frühzeitig zu klären.

    Im bundesweiten Schnitt haben Studenten 770 Euro monatlich in der Tasche, wie das Deutsche Studentenwerk (DSW) in Berlin errechnet hat. Umgerechnet auf ein sechssemestriges Bachelorstudium sind das rund 28 000 Euro. Bis zum Master kommen so gut 46 000 Euro zusammen, wenn man zehn Semester zugrundelegt. «Diese Rechnung ist allerdings ohne Studiengebühren gemacht», gibt DSW-Präsident Prof. Rolf Dobischat zu bedenken. Wer Gebühren an die Uni überweisen muss, hat noch einmal bis zu 1000 Euro pro Jahr an Extrakosten.

    Der Kauf eines Notebooks oder ein Sprachkurs bedeuten aber weitere Ausgaben, die die Statistik nicht erfasst. Bei Studienbewerbern kommt daher schnell die Frage auf: Kann ich mir das Studium eigentlich leisten? «Man muss sich einschränken, ganz klar», sagt Christian Staier vom Sozialdienst des Studentenwerks in Göttingen.

    Am besten fährt, wer sich frühzeitig um finanzielle Hilfen kümmert – etwa das Bafög. Rund ein Viertel der Studenten in Deutschland hat 2008 die staatliche Förderung erhalten, 398 Euro im Monat wurden dabei laut dem Statistischen Bundesamt im Schnitt gezahlt.

    Auch mit den Eltern sollte rechtzeitig über Geld gesprochen werden. Neun von zehn Studenten würden von ihnen unterstützt, erläutert Dobischat. Mit durchschnittlich 448 Euro im Monat trügen sie den Großteil der Studienkosten. Wer gemeinsam mit seinen Eltern einen Finanzierungsplan ausarbeitet, sollte aber realistisch bleiben. Wichtig sei, neben den Grundkosten wie Miete, Kleidung und Essen auch individuelle Bedürfnisse einzurechnen. Der Mensch lebt schließlich nicht vom Brot allein.

    Grundsätzlich sollten Studenten auch in Betracht ziehen, bei ihren Eltern zu wohnen, sofern die Uni in der Nähe ist. «Der größte Ausgabenposten im Studium ist immer noch die Miete», erläutert Dobischat. Wer für den akademischen Abschluss in eine andere Stadt umzieht, guckt also besser vorab einmal auf die dortigen Mietpreise. Sie sind in Städten wie Hamburg, München oder Köln in der Regel wesentlich höher als in Kiel, Koblenz oder Chemnitz. Sparen kann laut Dobischat auch, wer ein Zimmer im Wohnheim bezieht. Das kostet inklusive aller Nebenkosten durchschnittlich nur 200 Euro.

    Daneben sollte die Wahl auf eine Stadt fallen, deren Lebenskosten erträglich sind, rät Florian Kaiser vom Dachverband der Studentenschaften in Deutschland (fzs) in Berlin. Abzuwägen sei auch, in einem Bundesland zu studieren, das keine Studiengebühren verlangt – sofern das gewünschte Fach dort angeboten wird. Auf das gesamte Studium gesehen können so bis zu 5000 Euro eingespart werden.

    Wenn das Geld trotzdem nicht reicht, suchen sich laut DSW zwei Drittel der Studenten einen Nebenjob. Dem eigenen Geldbeutel tut das zwar gut, den Leistungen an der Uni mitunter aber nicht, gibt Staier zu bedenken. «Die straffer organisierten Bachelor- und Masterstudiengänge werden hier sicher zu Zeitkonflikten führen», glaubt auch Dobischat. Studenten suchen sich daher lieber einen Nebenjob, der nicht zu umfangreich und möglichst fachbezogen ist.

    Bleibt keine Zeit zum Jobben, ist ein Studienkredit mitunter ein Ausweg. In Betracht ziehen sollten Studenten das aber nur, um ein Auslandssemester oder die Examenphase zu überbrücken, rät Dobischat. Vermeiden sollten sie dagegen, das gesamte Studium per Kredit zu finanzieren. «Die Verschuldungsgefahr ist zu groß.»

    Studienabbrecher scheitern oft an Geldsorgen

    Brechen Studenten die Uni ab, sind Geldsorgen in jedem fünften Fall der aussschlaggebende Grund für den Ausstieg. Zu diesem Ergebnis kam das Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover in einer Befragung von 2500 Studienabbrechern. Von den Abbrecher an Universitäten nannten 17 Prozent, an den Fachhochschulen sogar 27 Prozent finanzielle Probleme als wichtigen Grund für ihren Schritt.

    Studiengebühren im Überblick

    Ab dem kommenden Sommersemester erheben 5 der 16 Bundesländer allgemeine Studiengebühren im Erststudium. Dazu gehören Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Im Saarland werden die Gebühren künftig abgeschafft, wie der Landtag beschlossen hat. Die Kosten sind je nach Land verschieden und belaufen sich auf bis zu 500 Euro pro Semester.

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