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Bloemfontein

Nur 0:0 gegen Honduras: Aus der Traum für Hitzfeld

Aus der Traum: Für WM-Debütant Ottmar Hitzfeld und seine sturmschwachen Schweizer ist die Fußball-WM in Südafrika mit dem 0:0 gegen Honduras bereits nach der Vorrunde beendet.

Bodenkampf
Der Schweizer Stephan Lichtsteiner (l) und der Honduraner Mauricio Sabillon rangeln um den Ball.

Torgefahr
Der Schweizer Keeper Diego Benaglio (r) hütet sein Tor erfolgreich vor einem Angriff.

Die gegen Europameister Spanien noch sensationell siegende «Nati» blamierte sich gegen Nobody Honduras bis auf die Knochen und muss die Koffer packen. Die tapfer kämpfenden Mittelamerikaner reisen gar ohne Tor ab. Vor 28 042 Zuschauern im Free-State-Stadium von Bloemfontein hätte der freche Außenseiter sogar als Sieger vom Platz gehen können, doch der Wolfsburger Diego Benaglio im Tor der Eidgenossen rettete gegen Edgar Alvarez mit einem Weltklasse-Reflex (71. Minute). Auch der kurz zuvor eingewechselte Torjäger Alex Frei konnte die Schweiz nicht mehr retten.

Greifer
Julio Cesar de Leon (l) von Honduras versucht den Schweizer Gokhan Inler vom Ball fortzuziehen.

Die Riesen-Enttäuschung war Hitzfeld nach der bitteren «Nullnummer» anzusehen. «Wir hatten uns viel vorgenommen. Aber wir haben es nicht verdient, weil wir kein Tor gemacht haben. Die Hypothek, unbedingt zwei Treffer erzielen zu müssen, war einfach zu groß», gestand der 61 Jahre alte Coach. «Am Montag sind wir leider in der Heimat. Wir wären gern hiergeblieben und hätten gegen Brasilien gespielt. Das wäre für mich ein Traum gewesen», bedauerte Hitzfeld. «Unser Ziel war das Achtelfinale. Dass wir es nicht geschafft haben, ist enttäuschend. Wir schlagen Spanien, und doch reicht es nicht. Das darf nicht passieren!», sagte Abwehrspieler Stéphane Grichting.

Wettlauf
Der Schweizer Gelson Fernandes (l) und der Honduraner Wilson Palacios laufen zum Ball.

Dabei war die Devise klar: Unbedingt siegen und zwei Tore aufholen – die Schweizer waren «heiß» und motiviert. Sie überbrückten zügig das Mittelfeld, doch im Angriff fehlte das kreative Moment und im Strafraum die letzte Konsequenz. Erst verzog der emsige Kapitän Gökhan Inler nur knapp (11.), dann wäre nach «Teamarbeit» a la Leverkusen fast das 1:0 gefallen: Derdiyok segelt in eine präzise Flanke seines Clubkollegen Tranquillo Barnetta, doch der Kopfball springt übers Tor (17.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff konnte Blaise Nkufo den Ball zwei Meter vor dem Tor nicht unter Kontrolle bringen.

Zweikampf
Der Schweizer Stephane Grichting (r) kämpft mit dem Honduraner David Suazo um den Ball.

Von der angekündigten und dringend benötigten Offensive war bei den Schweizern nichts zu sehen. Die «Nati» spielte gehemmt, dann rannten sich die Rot-Weißen immer wieder in der Abwehr der Mittelamerikaner fest. Honduras war mit überfallartigen Kontern mehrmals gefährlich. Aufgeregt gestikulierend stand Trainer Hitzfeld an der Seitenlinie und wirkte total unzufrieden: Schon nach einer halben Stunde schickte er alle Ersatzspieler zum Warmmachen.

Verwarnung
Der Honduraner Hendry Thomas (2.v.l.) bekommt von Referee Hector Baldassi (m) Gelb gezeigt.

Nach der Pause musste sogar «Spanien-Besieger» Gelson Fernandes weichen; für ihn kam Hakan Yakin. Die Schweizer erhöhten den Druck, doch auf der Gegenseite David Suazo vergab das 1:0 der Honduraner mit einem Kopfball vom «Fünfer» nur um Zentimeter (53.). Barnetta, Derdiyok und Yakin zerrten an den Ketten, konnten ihre Chancen aber auch in der hektischen Schlussphase nicht nutzen. Dank der schnellen Konter war Honduras noch in der Nachspielzeit dem 1:0 näher als die am Ende frustrierten Schweizer.

Hitzfeld hatte den rot-gesperrten Valon Behrami durch den Barnetta ersetzt; im Angriff erhielt Derdiyok – etwas überraschend – zunächst den Vorzug vor dem Rekordtorschützen Frei. Derdiyok hatte zwar beim 1:0 gegen Spanien eine starke Leistung gezeigt, anschließend gegen Chile aber dem von einer Sprunggelenk-Verletzung genesenen Frei weichen müssen.

Honduras-Coach Reynaldo Rueda krempelte sein Mannschaft im Vergleich zum 0:2 gegen Spanien komplett um und brachte gleich sechs neue Spieler. Überraschend gehörte auch Verteiger Victor Bernárdez dazu, der den Trainer vor dem Spiel noch öffentlich kritisiert hatte. «Man kann den Krieg nur mit den richtigen Soldaten gewinnen», sagte der 28-Jährige. Dennoch ließ er ihn zum ersten Mal bei dieser WM spielen.

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