Archivierter Artikel vom 15.11.2010, 16:14 Uhr

NRW-Innenminister: Keine Bundesliga rund um 1. Mai

Düsseldorf (dpa). Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) fordert ein Wochenende ohne Bundesliga-Fußball rund um den 1. Mai. Am Vorabend des Maifeiertags komme es regelmäßig zu schwierigen und personalintensiven Einsätzen der Polizei, sagte Jäger der Nachrichtenagentur dpa.

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«Wir haben deshalb überhaupt kein Verständnis für das unkooperative Verhalten der Deutschen Fußball Liga (DFL). Sie macht der Polizei die Arbeit unnötig schwer.» Nach bisheriger Planung der DFL seien um den 1. Mai kommenden Jahres sechs Spiele angesetzt, bei denen die Polizei Ausschreitungen befürchte.

Die Forderung nach einem spielfreien ersten Maiwochenende wird am Freitag auch Thema der Innenministerkonferenz in Hamburg sein. Jäger rechnet damit, dass er dort die Unterstützung seiner Amtskollegen für seine Forderung erhält. Am 1. Mai, einem Sonntag, sind keine Bundesligaspiele geplant. Ein komplett spielfreies Wochenende ist nach Ansicht der DFL wegen bestehender Fernsehverträge und der Rahmenterminpläne der Fußballverbände aber schwer umsetzbar.

Jäger lässt diese Argumente nicht gelten. Im kommenden Jahr gebe es keine großen internationalen Wettbewerbe wie Welt- oder Europameisterschaften. Die Saison könne daher besser geplant werden. Es sei deshalb nicht nachzuvollziehen, weshalb die DFL auf die Spiele am Wochenende um den 1. Mai nicht verzichten wolle. Der Ligaverband müsse mehr Entgegenkommen zeigen.

Der Innenminister forderte von den Bundesliga-Vereinen mehr Anstrengungen gegen Gewalt an Spieltagen. «Hier muss die Bereitschaft zur Kooperation wachsen. Sonst werden wir darüber nachdenken, Bundesliga-Vereine künftig an den Kosten für Polizeieinsätze bei Fußballspielen zu beteiligen.»

Unterstützung bekam Jäger von der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Nordrhein-Westfalen müsse am 1. Mai Polizisten nach Berlin schicken, um dort eine Eskalation der Gewalt zu verhindern. «Für den Schutz von Fußballspielen gibt es deshalb an diesem Tag nicht genügend Kräfte», sagte der GdP-Landesvorsitzende Frank Richter.