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    Notiz im Zimmer des Todesschützen von Las Vegas gefunden

    Die Polizei sucht weiter nach dem Motiv des Todesschützen von Las Vegas. Einige Indizien haben die Ermittler gesammelt, bislang fehlt jedoch der entscheidende Hinweis. Details über ein möglicherweise entscheidendes Fundstück stehen noch aus.

    Las Vegas
    Polizeiabsperrung an einer Straße in Las Vegas. Im Hintergrund das Mandalay Bay Hotel.
    Foto: Marcio Jose Sanchez - dpa

    Las Vegas (dpa). Polizisten haben bei der Durchsuchung des Hotelzimmers, von dessen Fenster aus Stephen Paddock 58 Menschen tötete, einen Zettel mit einer Notiz gefunden. Das berichteten US-Medien unter Berufung auf die Ermittler.

    Donald Trump in Las Vegas
    Während eines Treffens mit Rettungskräften hält US-Präsident Donald Trump eine Baseball-Mütze der Polizei von Las Vegas.
    Foto: Evan Vucci - dpa

    Dabei habe es sich nicht um einen Abschiedsbrief gehandelt, sagte der Polizeichef von Las Vegas, Joseph Lombardo. Weitere Details zu dem Schriftstück nannte er nicht.

    Spurensuche
    Beamte des FBI am Ort untersuchen den Ort des Massakers.
    Foto: Gregory Bull - dpa

    Die Ermittler sind sich Lombardo zufolge zudem sicher, dass Paddock geplant habe, nach seinen tödlichen Schüssen noch zu fliehen. Als Einsatzkräfte das Zimmer im 32. Stock des Mandalay-Bay-Hotels umstellten, fanden sie zwei Kameras, die Paddock auf einem Servierwagen im Flur vor seinem Zimmer installiert hatte, wie der Sender CNN berichtete. Eine weitere habe im Guckloch der Zimmertür gehangen. „Er tat zu diesem Zeitpunkt alles ihm Mögliche, um zu sehen, wie er noch fliehen könnte“, sagte Lombardo. Als ihm das nicht mehr möglich schien, habe er sich selbst erschossen.

    Hotelzimmer
    Ermittler im Zimmer des Hotels, von aus der Schütze auf die Besucher des Musikfestivals gefeuert hatte.
    Foto: Gregory Bull - dpa

    In Paddocks Auto im Parkhaus des Hotels hätten Ermittler knapp 23 Kilo (50 amerikanische Pfund) Sprengstoff und weitere 1600 Schuss Munition gefunden. Außerdem hatte er neben dem Hotel ein weiteres Zimmer in einem Komplex gemietet, von dem aus er einen Blick auf das „Life is Beautiful“-Musikfestival gehabt habe, das vom 22. bis 25. September in Las Vegas stattfand, so Lombardo.

    Trump in Las Vegas
    US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania Trump bei einem Besuch des University Medical Center in Las Vegas.
    Foto: Evan Vucci - dpa

    Die Zahl der Verletzten von Paddocks Schüssen bezifferte Lombardo am Mittwochabend mit 489, nachdem zuvor von mehr als 500 die Rede gewesen war. 317 davon hätten das Krankenhaus inzwischen verlassen können, berichtete die „Washington Post“. Ein deutsches Ehepaar, das im Urlaub zufällig im selben Stockwerk des selben Hotels wie der Schütze wohnte, beschrieb die Lage in Las Vegas nach dem Attentat bei „sternTV“ als „wie im Kriegsgebiet“.

    Gedenken
    Mit Blumen und Kerzen wird in Las Vegasan die Opfer des Massakers erinnert.
    Foto: Gene Blevins - dpa

    Zudem zeigte sich Lombardo überzeugt, dass der Todesschütze irgendwann Hilfe gehabt haben müsse. Er verwies unter anderem darauf, dass der 64-Jährige im Laufe der vergangenen Jahre ein riesiges Waffenarsenal angelegt und die Tat über längere Zeit akribisch vorbereitet habe. „Man muss annehmen, dass er an irgendeinem Punkt Hilfe gehabt hat“, sagte der Bezirks-Sheriff.

    Die Freundin des Todesschützen hatte nach eigenen Angaben keine Ahnung von den Massaker-Plänen ihres Freundes. Eine entsprechende Erklärung veröffentlichte die 62-jährige Marilou Danley über ihren Anwalt Matt Lombard. Kurz zuvor war sie von einem Besuch auf den Philippinen in die USA zurückgekehrt und wurde bei ihrer Ankunft in Los Angeles von Ermittlern der Bundespolizei FBI befragt. Lombardo wollte sich zunächst nicht zu Danleys Angaben äußern.

    US-Präsident Donald Trump traf sich in Las Vegas mit Überlebenden des Massakers sowie Ersthelfern und Polizisten. Dabei würdigte er den Mut von Opfern, die trotz eigener Verletzungen zuerst anderen beigestanden hätten, den Einsatz der Polizei und anderer ziviler Helfer. Den Todesschützen bezeichnete er als eine „verrückte kranke Person“.

    Danley beschrieb ihren Freund dagegen als „fürsorglichen“ und „gütigen“ Menschen, den sie geliebt habe. Sie sei über das, was er angerichtet habe, völlig am Boden zerstört. Paddock habe niemals etwas gesagt oder getan, was sie als Warnzeichen hätte verstehen können. Zu ihrem Aufenthalt im Ausland während des Massenmordes sagte sie, Paddock habe ihr ein Flugticket zum Besuch ihrer Familie auf den Philippinen geschenkt. Später habe er ihr Geld überwiesen, damit sie sich ein Haus kaufen könne. Sie sei besorgt gewesen, dass ihr Freund vorhaben könnte, sich von ihr zu trennen.

    Paddock habe 100 000 Dollar (85 000 Euro) auf die Philippinen überwiesen, zitierte CNN einen Justizsprecher. Ermittler hätten aber noch nicht klären können, wann die Überweisung genau stattgefunden habe und wer der Empfänger gewesen sei. Die Bundespolizei FBI arbeite mit den philippinischen Behörden, um die Fragen zu klären.

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    Der stille Amerikaner

    Das „Mandalay Bay Resort and Casino“ liegt am Südende des „Strip“ genannten Las Vegas Boulevard, an dem alle bekannten Spielhöllen der Stadt stehen. Zu dem Komplex gehören neben Hotel und Casino auch eine Poollandschaft mit künstlichem Sandstrand, ein Aquarium mit Haien und Piranhas, ein Konferenzzentrum und zahlreiche Restaurants.

    Hinzu kommt eine Veranstaltungshalle mit 12.000 Plätzen, in der schon Stars wie Katy Perry auftraten und große Boxkämpfe ausgetragen wurden. In dem Hotel wird als permanente Show ein Musical mit Songs von Michael Jackson gezeigt.

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