Archivierter Artikel vom 03.12.2011, 12:15 Uhr

Niederländer wollen Revanche für Hamburg-Schmach

Amsterdam (dpa). Für Holland kommt es bei der EM knüppeldick, und entsprechend angsterfüllt fielen die ersten Reaktionen nach der Gruppenauslosung aus. «Schwer wie Blei», «Gruppe des Todes» – die Schlagzeilen der Presse verdeutlichten die Sorgen im Hinblick aufs Turnier in Polen und der Ukraine.

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Bondscoach
Bert van Marwijk will mit der «Elftal» an vergangenen Erfolge anknüpfen.
Foto: Sergey Dolzhenko – DPA

Portugal und Dänemark gelten schon als schwere Brocken für den Weltranglisten-Zweiten, obendrauf bekommen es die Niederländer mit dem Erzrivalen Deutschland zu tun. Das DFB-Team wird seit der 0:3-Schmach Mitte November in Hamburg schon als neuer Angstgegner gefürchtet.

Trainer Bert van Marwijk will dennoch Vorteile erkannt haben, in der «schwersten Gruppe» der Europameisterschaft antreten zu müssen: «Dadurch sind die Spieler jetzt schon hochmotiviert.» Deutschland sowie Portugal und Dänemark seien «gewaltige Gegner». Die Aufgabe in Gruppe B sei daher «extrem schwer, aber ich finde sie eigentlich auch sehr schön».

Ermutigende Worte hatte auch Stürmer Dirk Kuyt parat. Der Lieblingsspieler von Prinzessin Máxima blickt voller Vorfreude auf das Duell mit der DFB-Auswahl, denn am 13. Juni in Charkow «bekommen wir Gelegenheit, die Niederlage von Hamburg wettzumachen», wie der Fußball-Star des FC Liverpool verdeutlichte. Oranje-Kapitän Mark van Bommel stieß ins selbe Horn: «Hamburg war eine Warnung. In Charkow können wir zeigen, dass wir ebenbürtig sind.»

Wer wie Holland Europameister werden wolle, fügte Kuyt hinzu, müsse sowieso jeden Gegner schlagen können. «Egal in welcher Phase des Turniers man mit ihm konfrontiert wird.» Und der WM-Zweite verfügt trotz der Blamage gegen Deutschland über großes Potenzial: Wesley Sneijder, Arjen Robben, Robin van Persie, Klaas Jan Huntelaar – die Offensive ist gigantisch besetzt. Mit einem Torverhältnis von 37:8 schloss van Marwijks Mannschaft die EM-Qualifikation ab. Erst im letzten, bereits bedeutungslosen Duell in Schweden gab es mit einem 2:3 die einzige Niederlage nach zuvor neun Siegen.

Die «Elftal» ist fest entschlossen, an internationale Erfolge der Vergangenheit anzuknüpfen: Dreimal standen die Niederländer im WM-Finale und wurden einmal Europameister – damals, 1988, nach einem 2:1-Sieg über Deutschland im Halbfinale.

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