Archivierter Artikel vom 12.04.2011, 08:42 Uhr

NFL-Tarifstreit: Richterin weist Verhandlungen an

Minneapolis(dpa). Im Streit um einen neuen Arbeitstarifvertrag in der National Football-League (NFL) sollen Teambesitzer und Spieler im Beisein eines Vermittlers an den Verhandlungstisch zurückkehren. Zu diesem Entschluss kam Richterin Susan Nelson in Minneapolis.

Lesezeit: 1 Minuten

Seit dem 6. April läuft vor einem dortigen Bezirksgericht ein Kartellverfahren, in dem zehn Profis die Liga wegen «Verschwörung und wettbewerbsschädigender Geschäftsmethoden» verklagen. Angeführt werden die Kläger von den beiden Quarterbacks Tom Brady (New England Patriots) und Peyton Manning (Indianapolis Colts). Die Profis wollen eine einstweilige Verfügung gegen den derzeitigen Lockout erzwingen.

Nachdem sich beide Seiten trotz zweimaliger Fristverlängerung nicht auf ein neues Arbeitspapier einigen konnten und am 11. März die Verhandlungen ergebnislos abbrachen, sperrten die 32 Teambesitzer die Spieler umgehend aus. Es ist der erste Lockout in der NFL seit 1987.

Die neuen Gespräche unter der Aufsicht von Richter Arthur Boylan sollen am Donnerstag beginnen. Zuvor will sich der Jurist mit den Vertretern beider Seiten treffen. Die Liga und die Repräsentanten der rund 1700 NFL-Profis hatten bereits Ende Februar und Anfang März 16 Tage im Beisein des staatlichen Vermittlers George Cohen verhandelt, ohne sich einigen zu können. Größter Streitpunkt ist die Verteilung der jährlichen Gesamteinnahmen von rund neun Milliarden Dollar. Bislang bekommen die Club-Besitzer eine Milliarde Dollar vorneweg, von den restlichen acht Milliarden Dollar gehen 59,6 Prozent (4,8 Milliarden Dollar) an die Spieler.

Aufgrund der Wirtschaftskrise und Investitionen in neue, teure Arenen, fordern die Eigner künftig jedoch zwei Milliarden Dollar, ehe der Restbetrag prozentual aufgeteilt wird. Sollten sich beide Seiten nicht auf einen neuen Arbeitstarifvertrag einigen können, droht die im September beginnende Saison auszufallen.