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Boston

NFL-Saisonauftakt – Amerika setzt auf «Made in Germany»

dpa

Seinen Super Bowl-Ring hat er «an einem sicheren Ort» – und Sebastian Vollmer will auch gar nicht mehr so sehr auf seine erste Meisterschaft mit den New England Patriots in der National Football League NFL zurückschauen, sondern blickt lieber nach vorn.

Sebastian Vollmer
Sebastian Vollmer (r) feiert mit Teamkollege Nate Solder.
Foto: CJ Gunther – dpa

Deutschlands erster Super Bowl-Champion ist nach Meisterschafts-Partys, Hochzeit und Schulteroperation bereit für eine neue Herausforderung. «Jetzt geht's los, und wir fangen hoffentlich mit einem Sieg an. Allerdings können wir natürlich erwarten, dass jeder Gegner gegen uns seine beste Leistung bringen wird», sagte Vollmer vor dem Auftakt am Donnerstag gegen die Pittsburgh Steelers der Deutschen Presse-Agentur.

Champion
Vollmer konnte als erster Deutscher den Super Bowl gewinnen.
Foto: Tannen Maury – dpa

Neben dem Right Tackle aus Kaarst gibt es ab dieser Saison vier weitere Deutsche – so viele wie nie zuvor – in Amerikas beliebtester Liga. «Ich glaube nicht, dass es Zufall ist, sondern eher ein Testament für die Ausbildung bei den Jugendvereinen in Deutschland», sagte Vollmer. Er war 2009 der erste NFL-Import «Made in Germany», der sich als Feldspieler in der Liga der kräftigen Kerle etablieren konnte. Anschließend folgten Defensive Tackle Markus Kuhn (New York Giants), sowie die beiden Outside Linebacker Björn Werner (Indianapolis Colts) und Kasim Edebali (New Orleans Saints).

Talent
Kasim Edebali wird bei den New Orleans Saints als Outside Linebacker eingesetzt.
Foto: Erik S. Lesser – dpa

Und nun ist mit Linebacker Mark Nzeocha (Dallas Cowboys) ein weiterer Landsmann in der NFL. Allerdings wird der 25-Jährige aus Ansbach frühestens in sechs Wochen zum Einsatz kommen, bis dahin fällt er nach seinem Kreuzbandriss vom Oktober noch aus. Kuhn glaubt gar, dass es noch mehr Deutsche schaffen könnten. «Von der Größe und der Statur haben wir in Deutschland genug Jungs, die auf dem Level mithalten können. Das A und O ist wirklich, dass sie auf's College gehen und vielleicht vorher sogar schon ein Jahr auf die High School», sagte der 29-Jährige der dpa.

Umgestellt
Björn Werner spielte Edebalis Position, wurde aber von den Indianapolis Colts weiter nach hinten beordert.
Foto: Chris Bergin – dpa

Obwohl New Englands 28:24-Super Bowl-Sieg gegen die Seattle Seahawks rund 220 Tage zurückliegt, war die NFL in der Saisonpause so präsent, wie lange nicht mehr. Das sogenannte Deflategate war beinahe täglich im medialen Mittelpunkt: Im Streit um nicht hart genug aufgepumpte Bälle der Patriots vor dem Halbfinale im Januar gegen Indianapolis war letztlich die NFL der Verlierer. Die Strafe von vier Spielen, die Liga-Boss Roger Goodell gegen Patriots-Quarterback Tom Brady verhängte, wurde von einem Gericht in New York aberkannt. Die NFL hat jedoch Revision eingelegt.

Mächtig
Für die New York Giants ist Defensive Tackle Markus Kuhn in Aktion und gibt jungen Talenten einen Tipp: Am College spielen.
Foto: Manny Flores – dpa

«Die Sache war nicht einfach für mich. Ich denke aber, wenn man alles betrachtet, haben wir alle verloren», betonte Brady. Der mit vier Super Bowl-Siegen neben Joe Montana und Terry Bradshaw erfolgreichste Spielmacher der NFL-Geschichte wird seine «Pats» zum Saisonstart auf das Spielfeld des heimischen Gillette Stadiums führen. Vor dem Kickoff enthüllt der Verein das Championship-Banner, das bereits neben der Anzeigetafel hängt.

New England zählt ebenso zu den Titelanwärtern wie Vizemeister Seattle. Zudem sind oft die Namen Denver Broncos mit dem mittlerweile 39-jährigen Quarterback Peyton Manning oder Baltimore Ravens zu hören. Auch Indianapolis wird einiges zugetraut. Quarterback-Star Andrew Luck hat mit Runningback Frank Gore und Wide Receiver Andre Johnson erfahrene Profis in der Offensive bekommen.

In der Colts-Defensive muss Björn Werner in seiner dritten Spielzeit endlich das in ihn gesteckte Vertrauen rechtfertigen. Nach einer enttäuschenden vergangenen Saison kommt der Berliner nun nicht mehr als Outside Linebacker zum Einsatz und macht Jagd auf den Quarterback, sondern soll etwas weiter hinten stehen und die Runningbacks bremsen. «Wenn der Gegner sein Laufspiel aufzieht, musst du da reingehen und versuchen, ihn zu stoppen», beschreibt Werner seine neue Aufgabe. Beim vergangenen Finale war er als Experte für das deutsche Fernsehen vor Ort. Zum 50. Super Bowl am 7. Februar im kalifornischen Santa Clara will es der 25-Jährige nun sportlich schaffen.

New England Patriots zu Sebastian Vollmer

New York Giants zu Markus Kuhn

Indianapolis Colts zu Björn Werner

New Orleans Saints zu Kasim Edebali

Dallas Cowboys zu Mark Nzeocha

Spielplan der National Football League NFL

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