Archivierter Artikel vom 20.02.2011, 16:34 Uhr

Neureuther: «Die Bürde war ziemlich heftig»

Garmisch-Partenkirchen (dpa) – Enttäuscht rutschte Felix Neureuther ins Ziel des Slaloms bei der alpinen Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen. Nach verkorkstem ersten Lauf schied der Lokalmatador im Finale aus und zog ernüchtert ein Fazit.

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Verkrampft
Felix Neureuther klagt nach seinem enttäuschenden WM-Lauf über zu viel Druck bei der Heim-WM.

Sie haben fünf Jahre auf das Rennen hingearbeitet. Warum fährt man dann so ängstlich?

Neureuther: «Das ist eine gute Frage. Nach dem ersten Durchgang habe ich auch lange die Erklärung gesucht, es war schwer. Im zweiten Durchgang hab ich alles probiert und riskiert, da kann ein Ausscheider mal passieren. Was mich wirklich richtig aufregt, ist der erste Durchgang. Dass ich mit so viel Angst da runtergefahren bin, das geht mir jetzt immer noch nicht aus dem Kopf.»

War der Druck zu groß?

Neureuther: «Ich denke schon, dass es so war, dass ich mir zu viele Gedanken gemacht habe, dass der Druck schon enorm groß war. Die Bürde, die auf mir gelastet hat, war schon ziemlich heftig. Es war mit Sicherheit nicht einfach für mich, irgendwo ist man dann auch froh, wenn es vorbei ist, weil fünf Jahre Anspannung zehren schon ziemlich an einem. Jetzt ist die Weltmeisterschaft vorbei, der Stachel sitzt zwar schon noch extrem tief, aber nächste Woche sind schon wieder Weltcup-Rennen in Bulgarien. Ja, dann geht's schon wieder weiter.»

Nachdem Sie ausgeschieden sind, sind Sie langsam durch den Kurs gefahren. Was ist Ihnen durch den Kopf gegangen?

Neureuther: «Ich wollte einfach nochmal die Piste durchrutschen, damit die Jungs, die hinter mir kommen, noch eine gute Piste haben. Ich wollte schon noch hier durchs Ziel fahren und mich von den Leuten verabschieden. Ich hätte auch irgendwo oben rausfahren und mich verstecken können, aber das ist nicht meine Art. Wenn dann verabschiedet man sich mit Würde von den Leuten.»

Sie haben viel Zuspruch bekommen...

Neureuther: «In den Arm genommen zu werden, ist immer schön, besonders von Kollegen. Der Herbstl (der ebenfalls ausgeschiedene Reinfried Herbst aus Österreich, Anm.) ist zu mir her gekommen und hat zu mir gesagt: Du, wir zwei sind schon solche Trotteln – und hat das eigentlich genau auf den Punkt gebracht.»

Aufgezeichnet von: Florian Lütticke, dpa