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    Neuner beendet fröhlich die Biathlon-Karriere

    Chanty-Mansijsk (dpa) - Servus Lena! Mit einem goldigen Lächeln statt Abschiedstränen hat sich Magdalena Neuner in die Biathlon-Rente verabschiedet. Mit dem dritten Triumph im Gesamtweltcup bereitete sich die Ausnahme-Sportlerin einen würdigen Abschied.

    Servus!
    Magdalena Neuner bestritt in Chanty-Mansisjk das letzte Biathlon-Rennen ihrer Karriere.
    Foto: Sergei Chirikov - DPA

    Schießstand
    Vom Schießstand nach dem liegend Anschlag kommt Magdalena Neuner noch schnell weg.
    Foto: Sergei Chirikov - DPA

    Gelöst und locker trudelte sie nach ihrem finalen Rennen in Chanty-Mansijsk als Sechste ins Ziel - es war ein unspektakuläres Ende einer außergewöhnlichen Karriere. «Ich bin froh, dass ich dieses Rennen heute so genießen konnte - vom Anfang bis zum Schluss», sagte die 25-Jährige.

    Strafrunden
    Auf dem Weg zum Sieg läuft Magdalena Neuner aber wegen ihrer Schießfehler hinterher.
    Foto: Sergei Chirikov - DPA

    Neuner fiebert ihrem neuen Leben - ohne Hochleistungssport - entgegen. «Am meisten freue ich mich darauf, daheim anzukommen. Einfach zu wissen, ich kann meine Tasche auspacken und die Wintersachen in den Speicher stellen», sagte sie. «Jetzt werde ich anfangen, mein normales Leben zu leben.»

    Siegerin
    Darja Domratschewa hat sich den Sieg im letzten Rennen der Saison gesichert.
    Foto: Sergei Chirikov - DPA

    Wie sehr die 25-Jährige dem deutschen Damen-Team fehlen wird, zeigte sich noch einmal beim Weltcup-Finale - auch wenn Neuner ihren 35. Weltcupsieg am Sonntag nach sechs Strafrunden im Massenstart beim Sieg ihrer schärfsten Rivalin Darja Domratschewa verpasste. Trotzdem winkte Neuner nach ihrer letzten Zieldurchfahrt fröhlich ins Publikum. Später küsste sie die Große Kristallkugel. «Es fühlt sich nicht wie Abschied an. Jetzt beginnt etwas Neues», war ihre erste Reaktion.

    Gratulation
    Die Weißrussin, Darja Domratschewa, ihre schärfste Konkurrentin, umarmt im Ziel Magdalena Neuner.
    Foto: Sergei Chirikov - DPA

    Ihre Teamkolleginnen trugen Trikots, auf denen aufgedruckt war. «Schön war's und Danke Lena». Bundestrainer Gerald Hönig stand mit einer Mütze mit der Aufschrift «Viel Glück Lena!» am Schießstand und meinte: «Wir verlieren eine Athletin, die die letzten Jahre Biathlon maßgeblich geprägt hat und man fragt sich schon, wann kommt so eine Persönlichkeit wieder.»

    Abschied
    Nach ihrem letzten Rennen verabschiedet sich Magdalena Neuner von den Zuschauern.
    Foto: Sergei Chirikov - DPA

    Seit Sonntag nun ist die Biathletin Magdalena Neuner Geschichte. Die weltbeste Skijägerin startet mit viel Freude und großen Erwartungen in ihr neues Leben. Der für so manchen unverständliche Schritt, im besten Sportleralter Goodbye zu sagen und auf noch mehr Ruhm und Geld zu verzichten, ist unumstößlich. «Ich bin mir sicher, dass ich nicht zurückkomme. Es war eine tolle Zeit, aber ich wollte immer auf dem Höhepunkt aufhören. Jetzt werde ich woanders Siege feiern.»

    In Chanty-Mansijsk, wo sie 2010 mit dreimal Gold und zweimal Silber ihre erfolgreichste WM erlebte, hatte sie bereits am Samstag mit Platz vier in der Verfolgung zum dritten Mal nach 2008 und 2010 den Gesamtweltcup gewonnen. «Das ist ein richtig toller Abschluss. Die Große Kugel habe ich mir dieses Jahr echt verdient und es zeigt, dass ich die Beste bin. Da kann ich vielleicht noch leichter loslassen», sagte die Wallgauerin.

    Die Bilanz der Neuner'schen Karriere, die in Antholz 2007 mit dem Gewinn von drei WM-Titeln ihren Anfang nahm, ist beeindruckend. 17 WM-Plaketten, zwölf davon aus Gold - damit rückt das Covergirl des deutschen Wintersports in der ewigen Bestenliste der erfolgreichsten WM-Skijäger hinter Ole Einar Björndalen auf Rang zwei. Dazu kamen zwei Olympiasiege, dreimal war sie Weltcup-Gesamtsiegerin und gewann sieben Kleine Kristallkugeln - diese Zahlen werden für lange Zeit unerreicht bleiben.

    Wie schwer ihr Abschied fürs deutsche Team wiegt, zeigte Magdalena Neuner in ihrer Abschiedssaison eindrucksvoll. Nach ihrer Rücktrittsankündigung am 6. Dezember 2011 dominierte sie die Konkurrenz, einzig ihre wohl legitime Nachfolgerin Darja Domratschewa aus Weißrussland konnte sie ernsthaft herausfordern. Zehn der elf deutschen Damen-Siege gingen in diesem Winter auf ihr Konto, dazu kamen acht Podestplätze. Lediglich die 34-Jährige Andrea Henkel konnte einmal in die Bresche springen und gewann, als Neuner in Oslo erkrankt passen musste.

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