Archivierter Artikel vom 01.03.2010, 12:20 Uhr
Hamburg

Neue Technik bei Rücken-OP bietet Vorteile

Eine neue Technik bei Rückenoperationen bietet nach der Überzeugung des Hamburger Chefarztes Roman Feil Vorteile für die Patienten, Ärzte und Krankenhäuser.

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Möglich sei die minimal invasive Operation in bestimmten Fällen von Wirbelsäulenfrakturen ohne neurologische Komplikationen. «Die Operationszeit ist kürzer und die Strahlenbelastung geringer», sagt der Orthopädiechef des Hamburger Marienkrankenhauses, Roman Feil. Die Belastung für Patienten sei wesentlich geringer, weil kein 12-14 Zentimeter langer Schnitt gemacht werden müsse, der die Muskulatur großflächig beeinträchtigt. Alle notwendigen Schritte können über vier kleine Schnitte ausgeführt werden.

Feil hat die Sicherheit und die Vorteile des neuen Verfahrens in den Jahren 2007 und 2008 gemeinsam mit Kollegen in einer Studie mit 59 Patienten in Berlin und Hamburg nachgewiesen. Im Vergleich zur konventionellen Operation, die im Durchschnitt gut 90 Minuten dauert, betrug die OP-Zeit bei der neuen Technik rund 42 Minuten. «Jetzt dauert die Operation deutlich weniger als 30 Minuten», sagte Feil, der inzwischen über mehr Erfahrung mit der Technik und ein eingespieltes Team verfügt.

Da die Lage der Schrauben bei der Stabilisierung der Wirbelsäule mit einer Röntgendurchleuchtung kontrolliert werden muss, treten Strahlenbelastungen auf. Die Durchleuchtungszeit wurde in der Studie im Vergleich zur konventionellen OP von gut 66 auf rund 42 Sekunden reduziert. Inzwischen liegt sie bei rund 25 Sekunden. «Auch der Chirurg will wegen der Strahlenbelastung die Durchleuchtungszeit im eigenen Interesse möglichst kurz halten.»

Die Lage der Schrauben in den Wirbelkörpern ist mit der neuen Methode mindestens gleichwertig gut, der Blutverlust deutlich geringer. «In keinem Fall der geplanten minimal invasiven Techniken war ein Umsteigen auf eine konventionelle Technik erforderlich», sagte Feil. «Für einen geübten Operateur ist der Umstieg zur neuen Methode innerhalb von zehn Operationen sicher möglich.»

Feil berichtete vom Fall eines Arbeiters, der sich bei einem Unfall einen Wirbelbruch zugezogen hatte. «Um 9 Uhr wurde der Patient eingeliefert, gegen 10 Uhr begann die OP und gegen Mittag konnte er schon wieder mobilisiert werden.» Bei beiden Operationsmethoden werde die Wirbelsäule durch Metallstäbe stabilisiert, bei der neuen Methode ist der Patient hinterher schneller mobil. Außerdem senke die kürzere Dauer der OP die Kosten.