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    Leipzig

    Neue Leitlinien: Herzdruckmassage bei Erster Hilfe wichtig

    Seit Montag (18. Oktober) gelten europaweit neue medizinische Leitlinien zur Herz-Lungen-Wiederbelebung. Diese raten im Notfall zu einer zügigen Herzdruckmassage ohne Mund-zu-Mund-Beatmung.

    Ein plötzlicher Herztod ist oft vermeidbar, wenn Ersthelfer nach dem Notruf sofort mit der Wiederbelebung beginnen. «Entscheidender Punkt ist die Herzdruckmassage», sagte Lars Menzel der Johanniter-Akademie Mitteldeutschland. Wenigstens diese sollte der Augenzeuge eines Notfalls vornehmen, wenn er festgestellt hat, dass ein am Boden liegender Mensch nicht mehr atmet. Die Mund-zu-Mund-Beatmung sei in den ersten Minuten zweitrangig.

    In den neuen medizinischen Leitlinien zur Herz-Lungen-Wiederbelebung wird im Notfall zu einer zügigen Herzdruckmassage ohne Mund-zu-Mund-Beatmung geraten, da sonst das Gehirn schon fünf Minuten nach dem Zusammenbruch irreversible Schäden nimmt. Dazu wird die Brust in der Mitte des Brustbeins eines Erwachsenen mindestens fünf Zentimeter tief mindestens 100-mal pro Minute gedrückt. Dadurch lässt sich die Überlebenschance um das Zwei- bis Dreifache erhöhen, bis zu 100 000 Menschenleben könnten demnach pro Jahr gerettet werden.

    Mit der Leitlinie sei nun wissenschaftlich belegt, was die Johanniter-Unfall-Hilfe und andere Erste-Hilfe-Experten schon lange betonen, sagte Menzel: «Nicht zögern, sondern handeln.» Der Ersthelfer sei das wichtigste Glied in der Rettungskette. Ein Krankenhaus könne noch so gut ausgestattet sein, bis ein Notfallopfer dieses erreicht, seien meist schon unumkehrbare Schäden eingetreten.

    «Die Kernbotschaft bei der Ersten Hilfe ist: Es gibt keine Fehler – außer nichts zu tun», betonte er. So sei auch die Furcht, bei einer Herzdruckmassage mehr zu schaden als zu nützen, unbegründet. Es kann zwar vorkommen, dass der Helfer dem Leblosen dabei Rippen bricht. Aber das sei ein vergleichsweise unbedeutendes Übel, und zu viel Kraft werde ohnehin selten aufgewendet. «In der Regel drückt man eher zu langsam. Wenn es anstrengend ist, dann ist es richtig», erklärte Menzel.

    Wichtig ist, die Massage bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes fortzusetzen. Ist dieser nicht sofort beim Notfallopfer, sollte nach Möglichkeit auch bald mit der Mund-zu-Mund-Beatmung begonnen werden – auf 30-mal Drücken folgen zwei Atemstöße. Ist ein zweiter Helfer vor Ort, übernimmt dieser am besten die Beatmung, damit zwischen Herzdruckmassage und Beatmung keine Lücke entsteht. Außerdem könne sich der erste Helfer dann in diesem Moment ausruhen.

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