Archivierter Artikel vom 12.06.2012, 13:25 Uhr

Nervenschäden bei Alkoholmissbrauch durch Vitaminmangel

Berlin (dpa/tmn). Wadenkrämpfe, gestörtes Temperaturempfinden – solche Nervenschäden können die Folge langjährigen Alkoholmissbrauchs sein. Besonders schlimm ist, dass mit dem hohen Alkoholkonsum oft ein Vitaminmangel einhergeht.

Folgen des Alkoholmissbrauchs
Langjähriger Alkoholkonsum führt oft zu Nervenschäden und Vitaminmangel – mit erschreckenden Folgen.
Foto: Jens Büttner – DPA

Langjähriger Alkoholkonsum kann zu Nervenschäden führen, die sich zum Beispiel durch Wadenkrämpfe oder ein gestörtes Temperaturempfinden äußern. Diese sogenannte alkoholische Polyneuropathie beruht nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) in Berlin meist auf der unmittelbar giftigen Wirkung von Alkohol auf die Nervenzellen. Aber auch ein Vitaminmangel durch den Alkoholkonsum habe Einfluss. Neben dem kompletten Verzicht auf alkoholische Getränke sei daher die Verabreichung bestimmter, mehr oder weniger hoch dosierter Vitamine eine Therapiemöglichkeit.

Alkoholmissbrauch gehe häufig mit einer unausgewogenen und vitaminarmen Ernährung einher, erläutert DGN-Mitglied Prof. Max J. Hilz von der Neurologischen Klinik der Universität Erlangen-Nürnberg. Alkohol beeinträchtige zudem die Magen- und Darmschleimhaut, so dass der Körper Vitamine nur eingeschränkt aufnehmen kann. Darüber hinaus könne es zu einem nervenschädigenden Vitamin-B-Mangel kommen, weil der Körper bei hohem Alkoholkonsum mehr von diesem Vitamin braucht als sonst.

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