Archivierter Artikel vom 17.05.2010, 14:46 Uhr

Nadal mit Rekord – Federer verpatzt Generalprobe

Madrid (dpa). Sieger in Monte Carlo, Rom und nun in Madrid – bei seiner Rekord-Jagd lässt sich Rafael Nadal auch vom Weltranglisten-Ersten Roger Federer nicht stoppen.

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Sieg
Nadal jubelt über den Sieg im Finale von Madrid.

Sechs Tage vor Beginn der French Open unterstrich der Spanier in Madrid eindrucksvoll, dass er auf seinem Lieblingsbelag der mit Abstand beste Spieler der Welt ist. Als erster Tennisprofi überhaupt triumphierte er bei den drei Masters-Turnieren der Saison und strafte alle Kritiker Lügen, die ihn nach dem Viertelfinal-Aus bei den Australien Open im Januar schon aufs Altenteil schicken wollten.

Titelverteidiger Federer verlor zwar die Generalprobe für die French Open, doch das 4:6, 6:7 (5:7) zeigte auch, dass in Roland Garros mit dem zuletzt auf der ungeliebten Asche schwächelnden Schweizer zu rechnen sein wird. Nadal kehrte zurück auf Platz zwei der Weltrangliste und meinte: «Das Wichtigste war, zu Hause zu gewinnen. In Madrid zu siegen ist ein Traum. Erst danach mache ich mir Gedanken über meine Platzierung.»

Dabei konnte der Olympiasieger in Madrid noch einen weiteren Rekord feiern. Der 23-Jährige gewann seinen 18. Masters-Sieg und zog damit an Andre Agassi (USA) vorbei. Seit 15 Partien ist Nadal auf Sand zudem ungeschlagen – besser konnte die Vorbereitung auf das bedeutendste Sand-Turnier in Paris, bei dem er vergangenes Jahr schon im Achtelfinale scheiterte, nicht laufen. Schon gar nicht nach der langen Verletzungspause nach Melbourne und den immer wiederkehrenden Problemen mit den Knien, die ihn im vorigen Jahr als Titelverteidiger sogar die Teilnahme in Wimbledon verdorben hatten.

Der Behauptung des 28 Jahre alten Grand-Slam-Rekordsiegers aus der Schweiz, dass sich die Qualität der Sandplatz-Saison erst in Paris richtig beurteilen lasse, widersprach Nadal. «Das ist eine respektable Meinung, aber ich teile sie nicht.» Es sei wesentlich leichter in Paris zu gewinnen, als die drei Masters-Turniere nacheinander, sagte der Spanier. Federer meinte zuvor: «Wenn man dort in der ersten Runde ausscheidet wird wieder alles infrage gestellt. Auch, wenn man zuvor alle Turniere gewonnen hat.»

Am 6. Juni könnte es auf dem roten Sand am Bois de Bologne wieder zum Traumduell Nadal gegen Federer kommen. Es wäre der 22. Vergleich der beiden Superstars – und Nadal könnte seine Position als Federers Angstgegner Nummer eins mit dem 15. Erfolg unterstreichen.