Archivierter Artikel vom 27.11.2011, 14:25 Uhr

Nach WADA-Report: Pound fordert Sanktionen vom IOC

Berlin (dpa). Richard Pound, Gründungspräsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), hat das IOC zu harten Maßnahmen gegen jene Länder aufgerufen, die den Anti-Doping-Code immer noch nicht respektieren.

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Energisch
Richard Pound war der erste Präsident der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA).
Foto: Patrick Seeger – DPA

«Da sind fast keine Entschuldigungen mehr möglich», sagte der Kanadier im Deutschlandfunk. Sanktionen könnten bis zum Ausschluss von Olympischen Spielen reichen, meinte der 69-Jährige, der dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) seit 1978 angehört.

Die WADA hatte kürzlich in ihrem Compliance Report (Bericht über die Einhaltung des Anti-Doping-Codes) festgestellt, dass immerhin 49 Länder den seit 2004 weltweit gültigen Kodex nicht regelkonform umsetzen. Unter ihnen sind allein 22 Staaten aus Afrika, aber auch Griechenland und Portugal sowie Argentinien und Brasilien.

Jene Länder, die den Code sieben Jahre nach Inkrafttreten immer noch nicht respektieren, müssten mit harten Maßnahmen rechnen. «Wenn der Code nicht umgesetzt wird, dann kann es sein, dass die Athleten aus diesen Ländern keine sauberen Athleten sind», betonte Pound im Deutschlandfunk.

Wenn das IOC konsequent zu seiner Null-Toleranz-Position stehe, «dann hat es Brasilien, Portugal oder wem immer zu sagen: 'Hört zu, ihr seid von der WADA als nicht konform erachtet worden, und auf dieser Basis seid ihr nicht teilnahmeberechtigt für die Spiele. Wir werden keine Teilnehmer aus Brasilien oder Portugal akzeptieren'», meinte der erste WADA-Präsident. «Diese Konsequenz ist es, die die Leute dazu bringt, das Richtige zu tun.»