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Moskau

Nach Olympia-Debakel: Umbau im russischen Sport

dpa

Dem russischen Sport steht nach dem Debakel bei den Winterspielen in Vancouver ein radikaler Umbau bevor. Kremlchef Dmitri Medwedew persönlich stellte bei einem Treffen mit seinen Beratern in Sotschi – dem Ort der Olympischen Winterspiele 2014 – das gesamte System infrage.

Um jeden Preis will die erfolgsverwöhnte Wintersport-Nation in vier Jahren eine erneute Blamage vermeiden. Die Präsidenten der Sportverbände seien unfähig, schimpfte Medwedew. Er will insgesamt sieben Verbandschefs austauschen und drohte sogar, die restlichen fünf Organisationen aufzulösen.

Schon seit Wochen rollt eine Rücktrittswelle durch das Riesenreich. Medwedew hatte die Sportfunktionäre als «vollgefressene Kater» beschimpft. Als ersten traf es den Präsidenten des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Leonid Tjagatschow, dann seinen Stellvertreter, den Vizesportminister Gennadi Aljoschin. Später trat dann auch der Präsident des Langlauf-Verbandes, Wladimir Loginow, auf Geheiß des Kremls zurück. Auch Eiskunstlauf-Chef Valentin Pissejew kündigte seinen Rückzug an. Zuvor hatte sein Topathlet, Silbermedaillen-Gewinner Jewgeni Pluschenko, offensiv für einen Jüngeren an der Verbandsspitze geworben. Sowohl Loginow als auch Pissejew wurden von Medwedew prompt aus seinem Beratergremium ausgeschlossen.

Nur ein Mann scheint derzeit den Sturm zu überstehen, der über Russlands Sport hinwegfegt: Sportminister Witali Mutko ist weiter im Amt – und das, obwohl hohe Politiker ihn als einen der Hauptschuldigen ausgemacht und als einen der ersten zum Rücktritt aufgefordert hatten. «Die russischen Langläufer werden nicht schneller sein, wenn ich gehe», hatte Mutko unwirsch auf Fragen nach seiner Abdankung geantwortet.

Am Freitag räumte der Minister nun erstmals ein, dass es Fehler in der Vorbereitung auf Vancouver gegeben habe – und dass sein Ressort dafür die Verantwortung trage. Persönliche Konsequenzen zog er aber erneut nicht. Mutko kündigte nach Angaben der Agentur Itar-Tass lediglich an, das Ministerium werde die «angemessenen Schlussfolgerungen» in Hinsicht auf die Spiele in Sotschi ziehen.

Russland hatte in Vancouver mit gerade einmal drei Goldmedaillen nur den elften Platz in der Nationenwertung belegt. «Die Leistungen der Athleten in den letzten Jahren sind immer schlechter geworden», urteilte Medwedew. Sein Fazit: Geld sei genug vorhanden, aber das Training in Russland sei schlechter als anderswo. Der Kremlchef forderte medizinisch-biologische und wissenschaftliche Unterstützung für die Nationalmannschaften. Außerdem sollen Auswahlmitglieder nicht zur Armee einberufen werden, solange sie zu Nationalteams gehören.

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