Archivierter Artikel vom 12.08.2010, 11:38 Uhr
Jena

Nach Massenschlägerei: Jena will Aufklärung

Nach der Massenschlägerei beim Drittliga-Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken hat der FC Carl Zeiss Jena für den 13. August eine Krisensitzung mit der Polizei und dem Fanprojekt angekündigt.

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«Dort sollen die Vorfälle besprochen und ausgewertet werden. Vorher werden wir keine Auskunft geben», sagte Jenas Sprecher Andreas Trautmann. Tags zuvor hatten sich nach der 0:7-Niederlage Jenas rund 150 Anhänger beider Vereine eine Schlägerei geliefert.

Nach Angaben der Polizei stürmten etwa 80 Jenaer Anhänger außerhalb des Stadions auf einen Bus und Autos der Gästezuschauer zu. Die Saarbrücker drängten ihrerseits aus dem Bus auf die Straße, 70 von ihnen prügelten sich mit den Angreifern. Mit Stöcken und Reizgas konnte die Polizei die Gruppierungen voneinander trennen. Bereits direkt nach Schlusspfiff hatten beide Lager im Stadioninnenraum eine Auseinandersetzung anzetteln wollen, dies hatten Ordner und Einsatzkräfte zunächst noch verhindert.

Drei Tatverdächtige aus den Jenaer Reihen wurden in Gewahrsam genommen, gegen sie wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Sie hatten während des Spiels mit Steinen geworfen, die gegnerischen Fans jedoch nicht getroffen. Zudem wurden Ermittlungen wegen schweren Landfriedensbruchs gegen unbekannt aufgenommen. Bei dem Einsatz wurden drei Beamte leicht verletzt.

Da die Vorfälle vorwiegend außerhalb des Stadions stattfanden, rechnet der Verein nicht mit Sanktionen durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB). Fußballvereine sind «generell für das, was außerhalb des Stadions passiert, nicht zur Verantwortung zu ziehen», sagte Trautmann dem Radiosender «Antenne Thüringen». Der Verein sei nur für die Sicherheit innerhalb des Stadions zuständig und da auch haftbar zu machen. Was außerhalb passiere, sei zumindest nach der DFB-Sportgerichtsbarkeit nicht relevant, erklärte Trautmann.