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    Berlin

    Nach Kontroverse: Rückhalt für BMI-Entscheidung

    Viele Sportpolitiker des Deutschen Bundestages haben im umstrittenen Fall Claudia Pechstein nach Ablauf der Zweijahressperre der Olympiasiegerin eher gemischte Gefühle. «

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    Eisschnellläuferin Claudia Pechstein ist seit dem 8. Februar nicht mehr gesperrt.

    Ich habe kein gutes Gefühl und würde öffentlich das Urteil gegen Claudia Pechstein nicht verteidigen», erklärte CDU-Sportsprecher Klaus Riegert bei der Sitzung des Sportausschusses in Berlin. Wenn Pechstein ihre letzten rechtlichen Chancen wahrnehme und Recht bekomme, «wäre uns allen sehr viel wohler», meinte Riegert.

    Dennoch sei die Entscheidung des Bundesinnenministeriums (BMI) richtig, Pechstein aus der Sportförderung der Bundespolizei auszuschließen. Die gültige Rechtslage lasse dazu keine Alternative, meinte Riegert und sah sich in einer kontroversen Debatte einig mit den Kollegen der Opposition von SPD und Bündnis 90/Die Grünen.

    Widerspruch kam von FDP und Linken, die aufgrund medizinischer Gutachten mehr Verständnis für Pechstein forderten. Jens Petermann von der Linken bezeichnete die Urteile im Fall Pechstein als «sehr fragwürdig» und forderte einen Sonderstatus für sie in Sachen Förderung. «Die Forderung nach einer politischen Rehabilitierung Pechsteins halte ich für unprofessionell», konterte Grünen-Politiker Winfried Hermann. «Das wäre ein völlig unangemessener Eingriff in das System», fügte er hinzu.

    Pechsteins Manager Ralf Grengel, der wie Gerd Heinze, der Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft DESG, die Aussprache von der Gästetribüne verfolgte, zeigte sich verwundert. «Ich bin bestürzt, wie ahnungslos einige Ausschuss-Mitglieder in einem Fall sind, der weltweit Beachtung gefunden hat.» Er griff Grünen-Politikerin Viola von Cramon-Taubadel an, die behauptet hatte, Pechstein habe die gebotenen Möglichkeiten zu medizinischen Untersuchungen nicht genutzt.

    «Ich verstehe, dass man das System nicht grundsätzlich infrage stellen kann. Aber man kann akzeptieren, was weltweit anerkannte Hämatologen nachgewiesen haben», sagte Grengel und fügte hinzu: «Der Schutz des Systems steht über dem Schutz der Athleten, auch wenn es Deutschlands erfolgreichste Wintersportlerin ist.»

    Zuvor hatte Staatssekretär Christoph Bergner (CDU) den Abgeordneten die Gründe für die BMI-Entscheidung erläutert. Obwohl auch dem Ministerium die Gutachten über eine mögliche Blut-Anomalie bei Pechstein vorlägen, «können wir nicht einerseits die Respektierung der Sportgerichtsbarkeit einfordern und andererseits deren Urteile in irgendeiner Form im Zweifel ziehen.»

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