Archivierter Artikel vom 13.08.2010, 12:26 Uhr

Nach Erdbeben: Team aus Haiti bei Jugend-Olympia

Singapur (dpa). Bei den Olympischen Jugendspielen in Singapur werden auch Nachwuchssportler aus dem nach einer Erbeben-Katastrophe stark zerstörten Haiti an den Start gehen.

«Mein Land ist sehr arm und ich werde alle Anstrengungen unternehmen, Haiti alle Ehre zu machen», sagte Taekwondo-Kämpfer Peterson Sertune einen Tag vor der Eröffnung der ersten Jugendspiele. «Wenn ich in Singapur geboren wäre, wäre mein Leben einfacher und ich viel stärker.»

Bei dem schweren Erdbeben am 12. Januar in Haiti sind rund 230 000 Menschen getötet und mehrere Millionen Einwohner verletzt und obdachlos geworden. Für die jungen haitianischen Sportler sind die Spiele eine Möglichkeit, dem Elend in der zerstörten Heimat für eine kurze Weile zu entkommen. Jedes der 205 Nationalen Olympischen Komitees (NOK) darf mindestens vier Athleten zu den Jugendspielen entsenden.

Ein haitianischer Fußballspieler, der in Singapur dabei ist, wurde beim Training mit seinem Team vom Erdbeben überrascht. «Keiner der Spieler wurde verletzt», berichtete der 15-jährige Jonathan Momplaisir. «Es waren aber die längsten 40 Sekunden meines Lebens.» Auch sein Mannschaftskapitän kann das verheerende Beben und die lebensbedrohende Situation am 12. Januar nicht vergessen. «Wir lagen auf der Erde und als alles vorüber war, haben wir uns hingekniet und gebetet», erzählte Daniel Gedeon.