Springreiten

Nach Corona-Aus 2020: Neuer Weltcup-Anlauf mit ersten Opfern

Ein Turnier nach dem anderen abgesagt: Nach dem Corona-Desaster hoffen die Reiter in dieser Saison auf eine Weltcup-Saison mit dem Finale in Deutschland.

Weltcup-Finale in Leipzig
Die Veranstaltung in Leipzig ist in diesem Jahr keine der Etappen des Weltcups, sondern das Finale.
Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB

Berlin (dpa) – Nach zwei Jahren ohne Weltcupsieger schauen die Springreiter mit Sorge auf den Start der wichtigsten Hallen-Serie.

„Ein Bangen ist da“, sagte Bundestrainer Otto Becker vor dem Start der Weltcup-Saison an diesem Wochenende in Oslo. Denn zwei Stationen sind bereits abgesagt, in Helsinki und Stuttgart gibt es erneut kein Weltcup-Turnier. Angesichts der Auswirkungen der noch immer nicht beendeten Corona-Pandemie fürchten die Reiter einen erneuten Domino-Effekt.

Finale in Leipzig

„In der Halle ist es durch Corona schwieriger“, sagte Becker: „Wir alle hoffen, das der Rest stattfindet.“ Elf Etappen der Westeuropa-Liga stehen noch auf dem Plan des Weltverbandes FEI. Das Final-Turnier, in den vergangenen Jahren in Las Vegas und Göteborg abgesagt, soll am zweiten April-Wochenende in Leipzig geritten werden.

„Die Nachfrage nach Startplätzen bei den Reitern ist groß, gerade weil das Finale in diesem Jahr im eigenen Land ist“, berichtete Becker. Nur drei Tickets kann der Bundestrainer pro Weltcup-Turnier vergeben, wo die Qualifikationspunkte für das Final-Turnier in den Leipziger Messehallen vergeben werden. In Oslo reiten Marcus Ehning, Christian Kukuk und Gerrit Nieberg.

Umso mehr schmerzt den Bundestrainer der abermalige Ausfall von Stuttgart, bisher das größte Hallenturnier Deutschlands. „Sehr schade“, kommentierte Becker die Absage: „Das tut uns schon weh.“ Zumal er bei deutschen Turnieren fünf zusätzliche Startplätze vergeben kann. Da zudem Leipzig keine Station der Serie ist, sondern in dieser Saison das Finale organisiert, fehlen dem Coach weitere Startplätze.

Optimistisch auf die Saison schaut Leipzig-Organisator Volker Wulff. „Alle anderen haben gesagt, dass sie ihr Turnier machen wollen“, sagte er zu den Absagen in Helsinki und Stuttgart. Wulff ist aber froh, dass seine Veranstaltung in den Leipziger Messehallen „dieses Mal nicht wie sonst im Januar stattfindet“, sondern drei Monate später. In der Vorsaison war Leipzig wie alle anderen Weltcup-Stationen in Westeuropa abgesagt worden.

„Alle fiebern mit“

„Alle fiebern mit, dass es wieder richtig losgeht“, sagte der Turnier-Organisator, der nach zahlreichen Absagen zuletzt die Freiluft-Turniere in Berlin und Hamburg im Sommer mit kleinerem Publikum und reduziertem Programm durchführen musste. Beim Weltcup-Finale plant er nun mit Sitzplätzen für 9000 Zuschauer. „Wir hoffen, dass die Corona-Situation bis dahin besser ist“, sagte Wulff.

Beim Dressur-Weltcup, der eine Woche nach dem Auftakt der Springreiter in Oslo im dänischen Herning beginnen soll, sieht die Corona-Lage ähnlich aus. Zwei Stationen in der Westeuropa-Liga sind bereits abgesagt: Stuttgart und Salzburg. Nur neun statt elf Etappen stehen derzeit noch im Kalender des Weltverbandes FEI, darunter das traditionsreiche Hallenturnier Mitte Februar in Neumünster. Auch das war in diesem Jahr Corona zum Opfer gefallen.

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