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Kassel

Motzern an Weihnachten erst einmal zuhören

Der Sohn findet Weihnachten «öde», der Onkel sitzt verstockt beim Festessen und sagt kein Wort: Solche Szenen töten die Weihnachtsstimmung. Und sie sorgen vor allem bei denjenigen, die Zeit und Mühe mit der Festgestaltung hatten, für Frust.

Eine typische Reaktion wäre: «Reiß Dich doch mal zusammen!» oder «Jetzt habe ich mir so viel Mühe gegeben – und Ihr wisst es nicht zu würdigen!» Beides führt wahrscheinlich zu einem Streit. Wer den nicht will, sollte erst einmal nach dem Bedürfnis des anderen fragen, erklärte Erwin Ruhnau vom Berufsverband Mediation in Kassel.

Statt Vorwürfe zu machen oder das Verhalten zu bewerten, lohne die Frage: «Was ist denn los?», sagte Ruhnau in einem Gespräch. Der andere sollte das Gefühl bekommen, sagen zu können: «Lasst mich einfach mal eine halbe Stunde in Ruhe!» Kontert er mit weiteren Vorwürfen, gelte es, weiter nachzufragen und das Motzen nicht einfach abzutun.

«Es hilft, auf das Gesagte einzugehen, etwa: 'Du hörst dich gerade ziemlich frustriert an.'» Die Frage nach den Gründen kann zur Lösung der Konfliktsituation führen, erklärte der Mediator. Dann brummt der andere vielleicht weiter vor sich hin. Aber wer dranbleibt, könne den Weihnachtsfrieden mit großer Wahrscheinlichkeit wieder herstellen. Wer Nörglern nur mit «Das ist doch völliger Quatsch» begegnet, setzt die Eskalationsspirale nur weiter in Gang.

Wer das vermeiden möchte, müsse den anderen verstehen wollen. Und er muss versuchen, sich nicht selbst angegriffen zu fühlen, sagte Ruhnau. Am besten funktionierten solche Gespräche unter vier Augen. Dann könne es nicht passieren, dass man selbst versucht zu deeskalieren, ein anderer Angehöriger aber sagt: «Jammer doch nicht immer so rum.»

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