40.000
  • Startseite
  • » Monreal schwärmt von Belgien
  • Aus unserem Archiv

    Monreal schwärmt von Belgien

    Kein Teaser vorhanden

    Florian Monreal fährt als Erster ins Ziel und jubelt. Der Weitersburger Radrennfahrer will auf sich aufmerksam machen - wie beim Sieg in Bellheim.
    Florian Monreal fährt als Erster ins Ziel und jubelt. Der Weitersburger Radrennfahrer will auf sich aufmerksam machen - wie beim Sieg in Bellheim.
    Foto: r

    Den Sprung ins Profilager wagte Monreal 2008, bekam aber bei seinem Luxemburger Team nach einem halben Jahr keinen Folgevertrag. Als Amateur fuhr er dann für eine Trierer Mannschaft, "da hatte ich 2009 einen guten Saison-Herbst", und über den damaligen Merckx-Fahrer Björn Glasner, einen gebürtigen Dernauer, kam der Kontakt zu seinem neuen Arbeitgeber zustande. Wobei, um Missverständnissen vorzubeugen, ein Radprofi wie Monreal, der für ein Continental-Team fährt und sich damit im fußballerischen Vergleich in einem Drittligaklub bewegt, nicht von seiner Profession leben kann.

    Seine Brötchen verdient der junge Mann aus Weitersburg bei Lotto Rheinland-Pfalz. "Das ist ein Arbeitgeber, der mich fördert und unterstützt", betont Monreal. 25 000 Kilometer werden im Jahr runtergerissen, 60 Rennen im Jahr plus Trainingslager sind unter einen Hut zu bringen, hinzu kommen neben ausführlicher Rennvorbereitung Grundlagentraining auf der Straße und Krafttraining im Fitnessstudio. Der Lotto-Angestellte Monreal balanciert das mit Urlaub, Freistellung und Gleitzeit aus.

    Die Startmöglichkeiten in Deutschland sind rückläufig, für Monreal auch ein Resultat der Doping-Berichterstattung, die "übermäßig auf den Radsport fokussiert" sei - bei vergleichbaren Vorfällen bei Fußball-Weltmeisterschaften (Frauen, U17) gälten andere Maßstäbe, werde weniger berichtet.

    So beginnt die Saison traditionell in Belgien, einem Radsport-begeisterten Land. Mit glänzenden Augen erzählt Monreal vom Halbklassiker Nokere Koerse, bei dem sich morgens um neun Uhr fast die gesamte Gemeinde ("Kleiner als Bendorf") auf dem Marktplatz versammelt. "Man trifft da Autogrammjäger, die man schon kennt und beim nächsten Rennen wiedersieht." Höhepunkt des Jahres sollte die deutsche Meisterschaft in Neuwied sein, doch vor der eigenen Haustür erlebte Monreal mit Rang 70 eine Enttäuschung.

    Den größten Erfolg seiner noch jungen Profikarriere hatte er einen Monat vorher beim 1. Berliner ProRace gefeiert. Gegen starke Konkurrenz aus ProTour- und Professional Continental-Teams, also 1. und 2. Liga, ersprintete sich Monreal einen Tag vor seinem Geburtstag ("Ich wollte mich selbst beschenken") einen herausragenden fünften Rang. 150 Meter vor dem Ziel war der Sprintspezialist sogar noch Dritter, "aber dann sind mir die Beine eingeschlafen".

    Mittlerweile ist Florian Monreal aus Weitersburg Kapitän eines Teams, das eigentlich keinen Häuptling braucht: "Wir sind eine homogene Mannschaft, bei uns gibt es keine Konkurrenz. Wer einen schlechten Tag hat, übernimmt auch mal die Helferrolle." Es ist eine gute Position, um nach Höherem Ausschau zu halten, aber immer noch unter dem Zwang, Beruf und Sport verbinden zu müssen.

    Nächstes Jahr will Monreal "die Ergebnisse vom Vorjahr bestätigen". Wenn er es dann noch schafft, bei einem Bergrennen mit der Spitzengruppe ins Ziel zu kommen und sich damit als kompletter Radprofi zu präsentieren, gibt's vielleicht ein Angebot von einem ausländischen Team.

    Von unserem Mitarbeiter

    Thomas Wächtler

    Anzeige
    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Anzeige
    Das Wetter in der Region
    Samstag

    9°C - 19°C
    Sonntag

    9°C - 14°C
    Montag

    9°C - 14°C
    Dienstag

    10°C - 13°C

    Das Wetter wird Ihnen präsentiert von:

    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!