Archivierter Artikel vom 02.12.2011, 10:25 Uhr

Mit der Dampflok auf den winterlichen Brocken

Wernigerode/Goslar (dpa/tmn) – So wird die Harzer Winterreise zum Wintermärchen: Über 1100 Meter hoch mit der Dampflokbahn durch verschneite Wälder auf den Brocken zuckeln und später auf einem der vielen Weihnachtsmärkte der Region Glühwein und gebrannte Mandeln genießen.

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Mit der Dampflok durch den Harz
Mit Volldampf durch den Winterwald: Der Traditionszug der Harzer Schmalspurbahn. (
Foto: Wernigerode Tourismus/dpa/tmn)

Manche Fahrgäste legen Schal und Mantel ab. Der Heizer auf der betagten Dampflok schaufelt und schaufelt. In den Holzabteilen des Traditionszuges der Harzer Schmalspurbahn von Wernigerode ist es wohlig warm. Er fährt auf den nahen, 1141 Meter hohen Brocken in Sachsen-Anhalt. Grog, Kaffee und Glühwein aus Thermoskannen lassen die Körpertemperatur steigen.

Wernigerode
Die Harzer Schmalspurbahn steuert sehenswerte Orte wie Wernigerode an. (
Foto: Wernigerode Tourismus/dpa/tmn)

Gebannt blicken die Ausflügler aus dem Fenster. Verschneite, dichte Nadelwälder mit Ästen, die sich unter der weißen Last biegen, wechseln sich mit schneeverwehten Hochflächen ab. Längerer Halt am Bahnhof Drei Annen Hohne in 542 Meter Höhe: Im Schneetreiben bunkern zwei Dampflokomotiven nochmals Wasser. Fahrgäste lockt die Gaststätte «Harzquerbahn». Täglich halten hier fünf und mehr reguläre Züge – alle Ein-Meter-Schmalspur mit Dampflok. Die schnauft mächtig die nächsten 50 Minuten auf dem 19 Kilometer langen Teilstück bis zum Gipfel.

Winterlicher Brocken
Ganz oben im Schnee: An klaren Tagen reicht die Sicht 100 Kilometer weit, an trüben nur bis zur nächsten Wolkenfront. (
Foto: Bernd Kubisch/dpa/tmn)

Zugführer Rolf Apel prüft Tickets und plaudert mit den Passagieren. Er hat zu DDR-Zeiten bei der Reichsbahn gearbeitet, seit Jahren ist er nun mit Leib und Seele bei der Harzer Schmalspurbahnen GmbH tätig. Beim Halt in Schierke erzählt der 57-Jährige von früher: «Hier endeten fast drei Jahrzehnte lang die Züge. Alle mussten aussteigen.» Während der Zeit des Mauerbaus sperrte die DDR den Brocken – von 1961 bis Ende 1989.

Weihnachtsmarkt in Wernigerode
Budenzauber in der Altstadt: der Weihnachtsmarkt in Wernigerode. (
Foto: Wernigerode Tourismus/dpa/tmn)

Unweit des Gipfels wird der Baumbestand spärlich. Etliche vom Wind gebeugte und von Schnee und Eis modellierte kleinwüchsige Fichten und Ziersträucher erinnern an Gnome, Hexen und andere Fabelwesen. An guten Tagen kommen bis zu 15 000 Menschen auf den Gipfel. Heute ist die Sicht äußerst mäßig. Dennoch scheinen die meisten Besucher happy. Der Schnee ist tief, die Hinweisschilder sind voller Eiszapfen. Zwischen vereisten Gewächsen, an denen Kristalle glitzern, toben Kinder mit Schlitten und Schneebällen. Auch im Winter ist die Brockengastronomie mit Imbiss, Gaststätte und Hotel gefragt. «Nur bei heftigem Schneesturm ist geschlossen. Das ist selten», sagt Juniorchef Daniel Steinhoff.

Mit der Dampflok durch den Harz
Mit Volldampf voraus – die Lok zieht die Waggons im Winter durch eine verschneite Harzlandschaft. (
Foto: Bernd Kubisch/dpa/tmn)

Die Schmalspurbahn steuert auch Orte mit Weihnachtsmärkten an, zum Beispiel Wernigerode, Quedlinburg und Nordhausen. Ein ausgedehnter Christmarktbummel kann zur Drei-Länder-Tour werden. Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen teilen sich den Harz. Die Entfernungen sind überschaubar. Der Harzer Tourismusverband listet über 30 Gemeinden auf, die mit Christmärkten locken: Aschersleben und Altenau, Sangerhausen, Thale und Wildemann gehören dazu.

Harzer Weihnachtsmärkte

Harzer Tourismusverband

Brockenbahn

Harzer Schmalspurbahnen GmbH

Webcam Brocken

Weihnachtsmarkt Goslar

Weihnachtsmarkt Quedlinburg

Weihnachtsmarkt Nordhausen

Wernigeröder Schloßwinter

Weihnachtsmarkt Wernigerode