Archivierter Artikel vom 09.02.2011, 11:47 Uhr
Aachen

Michael Heckhoff: Der Verbrecher mit der Clownsmaske

Michael Heckhoff (52) wirkt nicht wie ein Verbrecher. Der muntere, rundliche Mann mit dem Schnauzbart kann unterhaltsam und witzig erzählen und sich über sich selbst lustig machen.

Doch nach Meinung psychiatrischer Gutachter sollte man sich nicht täuschen: Hinter der Clownsmaske verbirgt sich demnach ein Mann, der nicht zu Empathie fähig ist, sondern rücksichtslos nur seine eigenen Interessen verfolgt – ein klassischer Psychopath.

Warum hat Heckhoff seine Talente nie eingesetzt, um auf ehrliche Weise Geld zu verdienen? Diese Frage stellt sich wohl nur für andere,

nicht für ihn selbst. Schon lange ist er auf der schiefen Bahn. Am Anfang stand ein Kinderheim, es folgten Diebstähle und erste Gefängnisaufenthalte. „Meinen ersten Banküberfall habe ich komplett nach einer Beschreibung eines alten Gefangenen gemacht.“ Nächste Stationen: Banküberfall mit Millionenbeute, Geiselnahme im Gefängnis mit Schwerverletzten, „Lebenslang“ mit Sicherungsverwahrung.

Nahezu sein ganzes Erwachsenenleben hat Heckhoff im Gefängnis verbracht: 33 Jahre mit insgesamt nur 11 Monaten Unterbrechung. Wenn er zwischendurch mal rauskam, wusste er mit den einfachsten Dingen nicht umzugehen. Nur im Knast war er lebenstauglich. Gleichzeitig beteuert er, sein größter Alptraum sei es, im Gefängnis zu sterben. Die Flucht im November 2009 war nach seinen Worten als Abschiedsbesuch in seiner Heimatstadt Mülheim an der Ruhr geplant. Anschließend – so behauptet er – habe er sich von der Polizei erschießen lassen wollen. dpa