Archivierter Artikel vom 15.04.2011, 21:06 Uhr

Merk fordert Gesetz gegen Wettbetrug im Profisport

Berlin (dpa). Bayerns Justizministerin Beate Merk will schärfer gegen Wettbetrug im Spitzensport vorgehen. Die CSU-Politikerin kündigte eine Bundesratsinitiative zur Erweiterung des Strafgesetzbuches an.

Mit einem Gesetzentwurf zum Schutz des Wettbewerbs im Sport sollen Bestechlichkeit und Bestechung im Profisport unter Strafe gestellt werden, sagte die Ministerin im Gespräch mit der «Welt am Sonntag». «Wir brauchen eine Handhabe, um gegen kriminelle Entwicklungen, die oft vom Ausland gesteuert werden, vorgehen zu können», sagte Merk dem Blatt. Das geltende Strafrecht und der allgemeine Betrugstatbestand reichten nicht aus. Es gebe im Sportbereich oft Nachweisprobleme, besonders wenn die Wetten im Ausland platziert würden. Es würden nur die Vermögensinteressen der Wettanbieter geschützt, nicht aber die Interessen der Vereine, Sportler, Sponsoren, Medien und Zuschauer, sagte Merk.

Um das zu ändern, soll der Schutz des Profisports als Kernstrafrecht verankert werden und ein neuer Tatbestand geschaffen werden. Damit sollen Absprachen für Spiele unterbunden werden. Sowohl der «Vorteilsgeber» wie auch der Sportler, der sich an der Manipulation beteiligt, würden sich dann strafbar machen. Bisher konnte nur der Abschluss einer betrügerischen Wette belangt werden. Der Strafrahmen soll fünf Jahre betragen, in besonders schweren Fällen zehn Jahre.