Archivierter Artikel vom 12.05.2012, 12:05 Uhr
Berlin

Mensing schwimmt Rekord – Steffen und Biedermann locker

Deutschlands Vorschwimmer Britta Steffen und Paul Biedermann sparten ihre Kräfte für das Finale, Jenny Mensing war von ihrem Rekord über 200 Meter Rücken selber überrascht.

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Rekord
Jenny Mensing ist deutschen Rekord über die 200 Meter Rücken geschwommen.
Foto: Sebastian Kahnert – DPA

Bereits im Vorlauf der deutschen Meisterschaften unterbot die Wiesbadenerin in 2:08,58 Minuten zudem die Olympia-Norm um 26 Hundertselsekunden. «Das hätte ich nicht gedacht», sagte Mensing, die sich das Ticket im Finale endgültig sichern kann. Die bisherige deutsche Bestmarke hatte Mensing mit 2:08,80 Minuten im Dezember 2009 in Magdeburg aufgestellt. «Ich wollte vorne etwas ruhiger machen und mich hinten raus etwas reinsteigern», erklärte die 26-Jährige ihre Renntaktik.

Völlig locker zog Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen ins Finale über 100 Meter Freistil ein und ließ es dabei auf der ersten Bahn entspannt angehen. Die Berlinerin benötigte im Vorlauf 55,78 Sekunden, es war die insgesamt viertbeste Zeit. «Ich wollte sicher ins Finale kommen, das hab' ich geschafft», sagte die 28-Jährige. Schnellste war Daniela Schreiber, die in 54,53 Sekunden nur sieben Hundertstelsekunden über der Olympia-Norm blieb.

Steffen hatte die benötigte Zeit über 100 Meter Freistil bereits am Donnerstag als Startschwimmerin der Staffel deutlich (53,65) unterboten. Um allen Diskussionen um die Olympia-Qualifikation aus dem Weg zu gehen, muss die Doppel-Weltmeisterin von 2009 die Norm als Final-Erste oder Zweite schwimmen.

Benjamin Starke legte über 100 Meter Schmetterling die weltweit viertbeste Zeit dieses Jahres hin. Der Berliner erfüllte in 51,95 Sekunden trotz Trainingsausfalls wegen Krankheiten auch die Olympia-Norm. «Ich wusste ja nicht, wo ich stehe», sagte Starke nach seinem überzeugenden Auftritt. «Die Zeit ist nebensächlich, entscheidend ist, dass ich Erster oder Zweiter bin.»

Biedermann zog als Zweitschnellster der Vorläufe über 400 Meter Freistil entspannt in 3:55,85 Minuten in das Finale ein. Nach erfüllter Olympia-Norm über die 200 Meter am Freitag fühlte sich der Weltmeister von 2009 am Samstag «viel besser als gestern». «Ich freue mich auf das Finale», sagte der Sportler aus Halle/Saale. Im Endlauf will er den Vorlaufbesten Martin Grodzki (Berlin/3:53,64) in die Schranken weisen.

Dass er über 200 Meter das Fernduell gegen die in den USA langsamer schwimmenden Ryan Lochte und Michael Phelps gewann, wollte Biedermann nicht überbewerten. «Der Trainingsaufbau der Amerikaner ist ganz anders», sagte er, «jeder möchte zum Höhepunkt fit sein, keiner möchte mit offenen Karten spielen.»