Archivierter Artikel vom 04.02.2014, 09:20 Uhr

Mehr Eiweiß und Fett: Ernährungstipps für Krebspatienten

Hamburg (dpa/tmn). Eine Chemotherapie zermürbt – und lässt Betroffene oftmals viele Kilos verlieren. Anlässlich des Welt-Krebstags am 4. Februar erklärt eine Expertin, wie Patienten dem Gewichtsverlust entgegenwirken können.

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Makrelen haben viel Fett
Makrelen haben viel Fett – davon brauchen Patienten während einer Chemotherapie mitunter mehr, um dem Gewichtsverlust entgegenzuwirken.
Foto: Andrea Warnecke – DPA

Krebspatienten sollten etwas mehr Eiweiß und Fett zu sich nehmen als üblich, wenn sie sich einer Chemotherapie unterziehen. Denn der Stoffwechsel verändere sich durch die Therapie, sagte Karin Riemann-Lorenz von der Verbraucherzentrale Hamburg anlässlich des Welt-Krebstags am 4. Februar. Der Körper könne in dieser Situation Eiweiße und Fette besser verwerten, Kohlenhydrate hingegen nicht so gut wie sonst. Allerdings: «Es geht nicht ums Verzichten», erklärte die Ernährungsexpertin. Patienten sollten also nicht versuchen, Kohlenhydrate ganz zu vermeiden. Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Müsli oder Hülsenfrüchte seien weiterhin empfehlenswert.

Wichtig sei, dem Gewichtsverlust entgegenzuwirken, mit dem viele Betroffene während der Chemo- oder Strahlentherapie kämpfen. Dazu gehörten eben mehr Eiweiße und Fette auf dem Speiseplan als bei gesunden Menschen, erklärte Riemann-Lorenz. Das bedeute zum Beispiel: Nicht die Sahne weglassen, mit Walnuss- oder Rapsöl kochen und fettreiche Fische wie Makrele oder Lachs wählen.

Außerdem rät die Expertin zu viel Obst und Gemüse. Denn nicht nur die Vitamine darin sind wichtig: Auch die sogenannten sekundären Pflanzenstoffe. «Das sind Farb-, Geruchs- und Aromastoffe», erklärte Riemann-Lorenz. Diese Stoffe hätten eine stoffwechselschützende Wirkung, sie unterstützten das Reparatursystem des Körpers.

Solche Stoffe werden auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Davon rät Riemann-Lorenz aber ab. «Die isolierte Einnahme dieser Pflanzenstoffe ist nicht empfehlenswert.» Denn es sei nicht nachgewiesen, welche Wirkung sie in dieser Form hätten.

Nahrungsergänzungmittel sieht die Ernährungsexpertin ohnehin skeptisch. Denn sie können Wechselwirkungen mit der Therapie haben. Deshalb sollten Patienten sie nur nach Absprache mit dem Arzt nehmen, falls zum Beispiel ein Mangel an einem Nährstoff besteht.

Das größte Problem für Patienten in Chemotherapie ist jedoch nicht, was sie essen, sondern dass sie essen. Oft kämpfen sie mit Appetitlosigkeit, Übelkeit und Schluckbeschwerden. Wenn es Essensgerüche sind, die Übelkeit bereiten, sollten Angehörige die Mahlzeit an einem anderen Ort zubereiten, rät Riemann-Lorenz.

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