Archivierter Artikel vom 19.07.2011, 14:56 Uhr

Medaillenpause bei Springern – Maurer «superhappy»

Shanghai (dpa). Die Wasserspringer fanden nicht den richtigen Dreh, die Langstreckenschwimmer fischten immerhin ein Olympia-Ticket aus dem trüben Meeresbecken. Nach überaus erfolgreichem Auftakt legten die deutschen Athleten bei der Schwimm-WM in Shanghai bei der Medaillenhatz eine Pause ein.

Lesezeit: 2 Minuten
Glücklich
Angela Maurer hat sich für Olympia 2012 qualifiziert.
Foto: DPA

Die EM-Dritten Patrick Hausding und Stephan Feck verpassten im Synchron-Wettbewerb vom Drei-Meter-Brett als Fünfte das vierte Edelmetall der Wasserspringer. Marathon-Schwimmerin Angela Maurer sicherte dagegen über 10 Kilometer einen Startplatz für London 2012.

Während die 35-Jährige («Ich bin superhappy») nun voll auf ihre Spezialstrecke 25 Kilometer am Samstag setzt, waren Hausding/Klein als Vorkampf-Dritte leise enttäuscht. «Wir haben nicht unser gesamtes Potenzial ausgespielt und haben uns zu viele Fehler erlaubt», sagte Feck. Das Duo hatte bereits bei der WM 2009 Platz fünf belegt – diesmal aber war die Medaille außer Reichweite.

Mit allein sechsmal der Traumnote zehn in den beiden Pflichtsprüngen holten die Chinesen Qin Kai und Luo Yutong souverän das sechste Gastgeber-Gold. Kurz zuvor hatte vom Ein-Meter-Brett Shi Tingmao vor Wang Han gewonnen. Deutsche waren hier im Vorkampf ausgeschieden.

Leistungssportdirektor Lutz Buschkow sieht das DSV-Team weiter in der Spur. «Wir haben jetzt drei Tage gefeiert, jetzt holen wir wieder Schwung und dann geht es weiter», sagte der Wassersprung- Bundestrainer. «Das gehört bei so einer großen Meisterschaft dazu, dass nicht jeder Tag mit zwei Medaillen gekrönt wird.» Mit dreimal Edelmetall sind die Wasserspringer vor den letzten vier Entscheidungen voll im Soll.

Das Flensburger Synchronschwimm-Duett Wiebke Jeske und Edith Zeppenfeld belegte im Vorkampf der Freien Kür den 27. Platz und verpasste das Finale. Den dritten WM-Titel von Shanghai feierte das russische Synchronschwimm-Team in der Technischen Kür.

Mit ihrer ganzen Routine sicherte sich Angela Maurer das Olympia-Ticket. Trotz einer Erkältung und zu wenig Flüssigkeit hielt die angehende Polizeikommissarin die Konkurrenz auf der Zielgeraden der 10 Kilometer in Schach. «Jetzt fällt der Ballast ab», sagte Maurer, die sich nun als Weltmeisterin von 2009 auf ihre Spezialstrecke 25 Kilometer am Samstag freut.

Wegen der starken Hitze wurden die Startzeiten um eine Stunde nach vorne verlegt. Bei 29 Grad Wassertemperatur und drückender Schwüle an einem künstlichen Sandstrand gewann die Britin Keri Anne Michelle Payne. Isabell Donath (Erfurt) musste als 36. Lehrgeld zahlen.

Die nach dem Tod des Amerikaners Francis Crippen aufgeflammte Sicherheitsdiskussion zeigte auch bei der WM Wirkung. So kam neben vielen Begleitbooten und einem Hubschrauber auf dem 2,5 Kilometer langen Rundkurs in der durch einen Damm vom ostchinesischen Meer getrennten Wettkampfstrecke auch ein Sonarsystem zum Einsatz. Dieses hätte untergangene Schwimmer orten können. Das Wasser leuchtete im Sonnenschein zwar bläulich. Trotzdem «zierten» schwarze Teerflecken Maurers Hände.

Edelmetall über zehn Kilometer wird eher von Rekord-Weltmeister Thomas Lurz am Mittwoch erwartet. Hier geht es für das deutsche Team ebenfalls um maximal zwei Startplätze für die Sommerspiele.

Die Beckenschwimmer um Britta Steffen und Paul Biedermann trainieren weiter für ihre Wettbewerbe, die am Sonntag beginnen. Am Mittwoch besucht der Großteil des Teams das Camp der Deutschen Schwimmjugend. Die 140 Teilnehmer sorgen in Shanghai mit ihren Sprechhören teils für Heimspielatmosphäre.