Archivierter Artikel vom 24.06.2011, 20:30 Uhr
Bendorf

Max Prümm soll Wirtschaftsförderung leiten

Die Suche nach einem neuen Leiter des Fachbereichs 5 – Wirtschaftsförderung und Tourismus – in der Stadt Bendorf hat ein Ende. In den kommenden Wochen soll Max Prümm (32), bislang Stadtjugendpfleger, die Nachfolge von Rehlinde Glöckner antreten. Die Debatte über die Besetzung der Stelle (die RZ berichtete ausführlich) ist damit aber noch lange nicht abgeschlossen.

36 Bewerbungen für die Leitung des Fachbereichs 5 – Wirtschaftsförderung und Tourismus – sind bei der Stadtverwaltung Bendorf eingegangen. Bürgermeister Michael Syré hat Max Prümm ausgewählt.
 Fotos: Damian Morcinek/Kevin Rühle
36 Bewerbungen für die Leitung des Fachbereichs 5 – Wirtschaftsförderung und Tourismus – sind bei der Stadtverwaltung Bendorf eingegangen. Bürgermeister Michael Syré hat Max Prümm ausgewählt. Fotos: Damian Morcinek/Kevin Rühle
Foto: Damian Morcinek

Bendorf – Die Suche nach einem neuen Leiter des Fachbereichs 5 – Wirtschaftsförderung und Tourismus – in der Stadt Bendorf hat ein Ende. In den kommenden Wochen soll Max Prümm (32), bislang Stadtjugendpfleger, die Nachfolge von Rehlinde Glöckner antreten. Die Debatte über die Besetzung der Stelle (die RZ berichtete ausführlich) ist damit aber noch lange nicht abgeschlossen.

Max Prümm
Max Prümm
Foto: Kevin Ruehle

Nachdem Bendorfs Bürgermeister Michael Syré (CDU) sich im Rahmen seiner Kompetenzen dazu entschieden hat, den Posten an seinen einstigen Pflegesohn Max Prümm (CDU) zu vergeben, fordert die SPD Bendorf den Rücktritt des Stadtchefs. „Wer sein Bürgermeisteramt missbraucht und Familienmitglieder sowie ihm familiär nahe stehende Personen mit Jobs in der eigenen Verwaltung versorgt, übt sein Mandat als Erster Bürger der Stadt nicht mehr zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger aus“, argumentiert der SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Halbauer. Die „Günstlingswirtschaft“ des Bürgermeisters, so Halbauer weiter, füge der Stadt und der städtischen Wirtschaftsförderung schweren Schaden zu.

Von allen Seiten hagelt es Kritik an der Entscheidung Syrés: „Fern jedweder Logik und gegen das allgemeine städtische Interesse entscheidet sich der Bürgermeister für einen unerfahrenen Kandidaten, der sich vom artfremden Studium über die Sozialpädagogik nun zur Wirtschaftsförderung berufen fühlt“, sagt FDP-Fraktionschef Markus Falk, für den die Wahl einem Schlag ins Gesicht gleichkommt. „Es wird über alles und jeden hinwegregiert. Bürgermeister Michael Syré hat das Vertrauen und Zutrauen der Bürger, der Mitarbeiter und der Ratsmitglieder verspielt.“

Bei der Bendorfer CDU sei man in Sachen Max Prümm zwiegespalten, erläutert Joachim Boos. Er als Fraktionsvorsitzender halte den 32-Jährigen jedenfalls nicht für geeignet, die Leitung des Fachbereichs 5 zu übernehmen. „Im Rückblick darauf, was im Vorfeld alles diskutiert und geschrieben wurde, ist der Mann – plump ausgedrückt – verbrannt“, sagt Boos. Man könne nicht erst die Wirtschaftsverbände auf Unterlassung verklagen, so Boos weiter, und anschließend konstruktiv mit ihnen arbeiten wollen. „Zudem wird in der Verwaltung ein anderer Bewerber bevorzugt.“

Das konnte auch die derzeitige Amtsinhaberin Rehlinde Glöckner bestätigen: „Für mich ist diese Entscheidung völlig unbegreiflich“, sagt Glöckner, die, wie sie betont, zuvor nicht in die Entscheidungsfindung des Bürgermeisters eingebunden war. Aus ihrer Sicht sei ihr Stellvertreter Werner Prümm, der sich ebenfalls um die Leitung beworben hatte und seit zwölf Jahren in die Geschäfte rund um Wirtschaftsförderung und Tourismus eingebunden ist, die bessere Wahl gewesen. Glöckner: „Die Wirtschaftsförderung besteht aus einem hoch motivierten Team – diese Lösung ist für alle schwer zu verkraften.“

Laut Empfehlung der einberufenen Findungskommission, sagt Bürgermeister Syré auf Anfrage unserer Zeitung, war Werner Prümm sogar die erste Wahl für den Posten, dann kam Max Prümm und dann ein externer Bewerber, der laut Syré aber nicht die nötigen Voraussetzungen mitbrachte. Seine Wahl begründete der Stadtchef so: „Wenn ich Werner Prümm nach vorne ziehe, müsste ich hinten ein großes Loch stopfen.“ Mit Max Prümm erhoffe er sich frischen Wind auf dem Posten.

Den Vorwurf der Vetternwirtschaft weist Syré indes entschieden von sich: „Er ist kein Kind von mir, aber die Tatsache, dass man sich mal um ihn gekümmert hat, kann kein Ausschlussgrund sein“, betont Syré, der im selben Atemzug mit der Benachrichtigung die Worte „Du wirst mit Argusaugen beobachtet, überlege dir gut, ob du die Stelle wirklich antreten willst“ an Max Prümm richtete. Für Prümm selbst ist die Wahl seiner Person überraschend gekommen. „Nach den Dingen im Vorfeld habe ich nicht mehr damit gerechnet“, betont Prümm. „Mir ist klar, das ich jetzt über meine Arbeit die Vorwürfe, die im Raum stehen, ausräumen muss.“

Von unserem Redakteur Damian Morcinek