Archivierter Artikel vom 16.10.2010, 17:42 Uhr
Düsseldorf

Mainz gestürzt, BVB top – Gomez trifft dreifach

Höhenflug beendet, Bestmarke nicht geschafft, Spitze eingebüßt: Der Hamburger Paolo Guerrero wurde für Mainz 05 zum großen Spielverderber. Das späte Tor des Peruaners zum 1:0 seines HSV am Bruchweg nahm den «Spaßfußballern» von Thomas Tuchel die gute Laune:

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Getroffen
Bayern-Stürmer Mario Gomez (v) jubelt nach seinem 1:0-Führungstreffer.
Siegtorschütze
Ze Roberto (l) und Heiko Westermann jubeln mit dem HSV-Torschützen Guerrero (m).

Der FSV verpasste den Bundesliga-Startrekord von acht Siegen, fiel hinter Borussia Dortmund punktgleich auf Platz zwei zurück und musste erstmals seit dem 3. April (0:2 in Nürnberg) wieder alle drei Punkte abgeben. «Sehr bitter», kommentierte Jungstar Lewis Holtby den aus Mainzer Sicht enttäuschenden 8. Bundesliga-Spieltag. Tuchel blieb gelassen: «Die Welt bricht nicht zusammen.»

Treffsicher
Frankfurts Theofanis Gekas (r) feiert das 1:0. Patrick Ochs eilt zur Gratulation.

1899 Hoffenheim eroberte mit dem ersten Sieg seit vier Spielen den vierten Tabellenplatz. Demba Ba (46.), ein Eigentor von Bamba Anderson (67.) und Sejad Salihovic (83./Foulelfmeter) bescherten der Elf von Trainer Ralf Rangnick den 3:2 (0:1)-Erfolg gegen Borussia Mönchengladbach. Raul Bobadilla (12.) und Mohamadou Idrissou (90.+1) trafen für die seit sechs Spielen sieglosen Gladbacher. Die Borussen-Profis Juan Arango (62.) und Sebastian Schachten (81.) sahen jeweils die Rote Karte.

Torschütze
Demba Ba hatte mit seinem Treffer erheblichen Anteil am Hoffenheimer Sieg.

Zuvor setzte sich Eintracht Frankfurt durch Theofanis Gekas (45./67.) und Alexander Meier (83.) mit 3:0 (1:0) im Südwest-Derby beim 1. FC Kaiserslautern durch und eroberte den siebten Platz. Bei den seit sechs Spielen sieglosen Pfälzern vergab Srdjan Lakic einen Foulelfmeter. Den Hessen gelang der dritte Sieg in Serie.

Heimsieg
St.Paulis Florian Bruns (m) und seine Mitspieler feiern den ersten Heimsieg.

Im Krisengipfel von Gelsenkirchen gelang dem neuen Trainer Jens Keller mit dem VfB Stuttgart beim 2:2 bei Schalke 04 ein Teilerfolg. Die Schwaben genossen den «Hallo-Wach-Effekt», wie VfB-Torschütze Martin Harnik den Wechsel von Christian Gross zu Keller bezeichnete, bleiben hinter dem 1. FC Köln trotzdem Letzter. Schalke findet sich auf Rang 16 wieder. «Die Situation ist nach wie vor schwierig», räumte Schalkes Coach Felix Magath ein. In Köln bekam Zvonimir Soldo trotz des 1:2 gegen den BVB Rückendeckung von Manager Michael Meier: «Die Trainerfrage stellt sich nicht.»

Zweikampf
Stuttgarts Georg Niedermeier (l) versucht den Schalker Raúl aufzuhalten.

Meister Bayern München meldete sich nach den Pleiten gegen Dortmund und Mainz mit drei Gomez-Treffern beim 3:0 gegen Hannover 96 zurück. Der Rückstand auf das Spitzenduo ist mit zehn Zählern aber weiterhin sehr groß. Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge reagierte dennoch mit den üblichen Mustern: «Wir müssen zusehen, dass wir uns bis Weihnachten Punkt für Punkt nach oben hangeln.» Die Gegner sollen sich spätestens beim Genuss der Weihnachtsgans Gedanken machen: «Jedes Gramm, das sie zu viel essen, könnte in der Rückrunde problematisch werden.»

Eingeschlagen
Bayers Simon Rolfes (r) klatscht sich mit Lars Bender ab, Teamkollege Hyypiä eilt an.

Der Status quo des Rekord-Titelträgers ist außergewöhnlich: Mittelmaß wie auch Werder Bremen trotz des 2:1 gegen Freiburg. Da geht es Leverkusen und Aufsteiger FC St. Pauli klar besser. Die Bayer-Werkself triumphierte dank zweier Treffer von Simon Rolfes 3:2 in Wolfsburg, den Kiez-Kickern gelang mit dem gleichen Resultat gegen den 1. FC Nürnberg der erste Heimsieg seit dem 23. April.

Gebremst
Der Leverkusener Manuel Friedrich (r) hält Wolfsburgs Edin Dzeko, der zum Ball will.

Auf dem Heiligengeistfeld am Millerntor fand sich in Gerald Asamoah einer der prägenden Protagonisten des Spieltags. Andere taten sich in München (Mario Gomez), Köln (Dortmunds Nuri Sahin mit seinem Last-Minute-Siegtreffer) und Wolfsburg hervor, wo Leverkusens Langzeit-Ausfall Rolfes nach dem 0:2-Rückstand als «Joker» maßgeblich dafür sorgte, dass Bayer binnen 19 Minuten die Partie noch drehte.

Trio
Werders Aaron Hunt (m) wird von den Kollegen Wesley (l) und Hugo Almeida gefeiert.

Rolfes («Ich war eben gut drauf») und Asamoah freuten sich wie kleine Kinder über ihre großen Auftritte. «Ich habe quasi seit Jahren nicht mehr von Anfang an gespielt. Bei Schalke war ich lange verletzt oder habe auf der Bank gesessen. Deswegen war das heute ein schönes Gefühl», schilderte Asamoah seine Glücksmomente. Erstmals seit seinem Wechsel von Gelsenkirchen nach Hamburg stand der 32-Jährige in der St. Pauli-Startformation und bedankte sich auf exzellente Weise: Zum 1:0 staubte er selbst ab, das 2:1 durch Marius Ebbers bereitete er vor und machte dem späteren Siegtorschützen Florian Bruns Platz.