Archivierter Artikel vom 08.07.2010, 14:26 Uhr
Gelsenkirchen

Magath warnt bei Heldt-Vorstellung vor «Mittelmaß»

Felix Magath hat in Horst Heldt die gewünschte Verstärkung im Vorstand erhalten, doch zufrieden mit den Bedingungen beim FC Schalke 04 ist der mächtige Trainer-Manager noch lange nicht.

Lesezeit: 2 Minuten
S04-Trio
Felix Magath, Clemens Tönnies und Horst Heldt (v.l.) stellen sich den Fotografen.

Um den Revierclub auf die schweren Aufgaben in der Fußball-Bundesliga und der Champions League vorzubereiten, forderte Magath bei der Präsentation des 40 Jahre alten Heldts erneut unverhohlen mehr Handlungsspielraum und finanzielle Mittel, um die Mannschaft gezielt zu verstärken.

«Ich bin weiter zuversichtlich, dass ich das Team weiterentwickeln kann. Aber dann kommen wir an Veränderungen im Kader nicht vorbei», betonte Magath im Beisein des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies und Heldt, der im Vorstand für den Bereich Sport und Marketing zuständig sein wird. Magath leitet weiter die Bereiche Sport und Kommunikation, während Geschäftsführer Peter Peters für Finanzen und Verwaltung verantwortlich bleibt.

Es gebe «eine Menge» zu tun, betonte Magath. Schließlich müssen Leistungsträger wie Kevin Kuranyi oder Marcelo Bordon ersetzt werden. Immerhin kamen bereits u.a. Christoph Metzelder und Erik Jendrisek. Und Spaniens Fußball-Idol Raul von Real Madrid hat man an der Angel. Da gibt es aber keinen neuen Stand.

Schon vor Wochen hatte er in einem Interview 30 Millionen Euro gefordert, um notwendige Investitionen zu tätigen. Geld, das der mit Konzern-Gesamtverbindlichkeiten von knapp 250 Millionen Euro belastete Club aber nicht hat. So betrachtet Tönnies derlei Forderungen mit Unbehagen. Er hält die Wünsche des Trainers, der im Vorjahr nahezu nur ablösefreie Spieler holen und sich beim eigenen Nachwuchs bedienen konnte, zwar für legitim. Aber Tönnies sind die Hände gebunden. «Ich weiß, dass wir den Verein nur durch sportliche Erfolge stabilisieren können. Wir haben in der Vergangenheit zu viel auf Pump gelebt», mahnte Tönnies.

Offen prangerte Magath «Strömungen im Verein» an, die zu viel Einfluss nehmen wollten. Es sei ein Irrglaube, dass man mit einem Kader wie in der Vorsaison, als Schalke Vizemeister wurde, noch mal ähnlich erfolgreich sein könne. «Ich bin überrascht über diese Fehleinschätzung. Denn spielerisch war ich nicht zufrieden. So kommen wir nicht in die Spitze der Bundesliga oder gar in die Spitze von Europa, sondern landen wieder im Mittelmaß», warnte Magath.

Viel Arbeit wartet auf ihn und Heldt, der von Tönnies am Wochenende vom VfB Stuttgart losgeeist worden war. Tönnies betonte, dass er mit VfB-Präsident Erwin Staudt und Aufsichtsratschef Dieter Hundt zu einer «einvernehmlichen Lösung» gekommen sei und Schalke dadurch «keine finanziellen Belastungen» entstünden. Ein Teil der Vereinbarung ist ein Freundschaftsspiel der Clubs.

Bei den Schwaben war Heldt zunächst als Spieler und seit 2006 als Manager tätig. Vor einem Jahr war er dort in den Vorstand aufgerückt, stieg nun aber trotz laufenden Vertrags bis 2013 aus, um für drei Jahre bei Schalke zu unterschreiben. «Ich bin dort zuletzt dort als Buhmann beschimpft worden. Sicher habe ich dem Verein viel zu verdanken. Aber ich denke, dass ich auch viel zurückgezahlt habe», meinte Held.