Archivierter Artikel vom 27.04.2020, 13:38 Uhr
Berlin

Wechsel zur Bundespolizei

Männer-Turntrainer Hirsch beendet DTB-Karriere

Die deutschen Turner bekommen in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2021 in Tokio einen neuen Cheftrainer. Andreas Hirsch hört nach fast 30 Jahre beim DTB auf. Eigentlich wollte er Toba und Co. noch bei Olympia coachen – dann kam Corona.

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Andreas Hirsch
Hört beim Deutschen Turner-Bund auf: Cheftrainer Andreas Hirsch.
Foto: Tom Weller/dpa

Berlin (dpa). Die deutschen Turner um Andreas Toba bekommen in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2021 in Tokio einen neuen Cheftrainer.

Nach 29 Jahren beenden Andreas Hirsch und der Deutsche Turner-Bund (DTB) ihre Zusammenarbeit, wie der Verband mitteilte. Damit wird das Karriere-Ende des 61 Jahre alten Berliners, der seine Schützlinge eigentlich noch bis zu den in diesem Sommer vorgesehenen Spielen betreuen und danach abtreten wollte, um einige Monate vorgezogen.

Hirsch wird zum 1. Mai zur Bundespolizei wechseln und als Zivilangestellter Trainer an der Bundespolizeisportschule mit Sitz am Olympischen und Paralympischen Trainingszentrum (KOPT) in Kienbaum arbeiten. Ein Nachfolger für Hirsch wird nun gesucht. In Frage kommen vor allem wohl sein Sohn Robert Hirsch und DTB-Nachwuchscoach Jens Milbradt.

„Die Umorientierung in der verantwortlichen Trainerbesetzung war geplant, die Verlegung der Olympischen Spiele hat den Prozess beschleunigt“, erläuterte der Verband. „Der DTB wird die Position des Cheftrainers mit dem Ziel einer kurzfristigen Neubesetzung ausschreiben, um die Kontinuität der Vorbereitung der Olympischen Spiele 2021 zu gewährleisten.“

Für den DTB und Hirsch, der Vorzeige-Turner Fabian Hambüchen zum Olympiasieg am Reck 2016 führte, geht eine erfolgreiche Ära zu Ende. „In erster Linie danke ich meiner Frau, sie hat mich immer mit all ihrer Kraft unterstützt. Ich möchte mich bei den Turnern, meinen Trainerkollegen- und dem Betreuerteam bedanken. Nur mit einem Team gelangte das deutsche Männer-Turnen zu zahlreichen Medaillengewinnen“, sagte der stets bescheiden und für die Turner väterlich auftretende Hirsch. Er freue sich auf „die neue Herausforderung bei der Bundespolizei, die mir auch die Möglichkeit eröffnet, meine Erfahrungen für einen reibungslosen Übergang mit einzubringen“.

Hirsch war seit 2002 Chefcoach des deutschen Turn-Teams. Unter seiner Leitung erlebten die Männer einen ungeahnten Aufschwung, der mit der Olympia-Qualifikation bei der Turn-WM in Anaheim 2003 begann und mit Hambüchens Olympia-Gold in Rio einen Höhepunkt erlangte. Für Hirsch stand neben der Ausbildung von Einzel-Könnern wie Matthias Fahrig, Philipp Boy, Marcel Nguyen und Hambüchen immer der Team-Gedanke im Vordergrund. So gewann seine Riege bei der Heim-WM in Stuttgart 2007 sensationell die Bronzemedaille, 2008 bei Olympia in Peking landete sie auf Rang vier. Zwei Jahre später wurde das Team in Birmingham Europameister.

Insgesamt fünf olympische Einzel-Medaillen gewannen seine Turner. „Der langjährigen und überaus erfolgreichen Trainerkarriere von Andreas Hirsch zolle ich meinen allerhöchsten Respekt“, lobte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam.

DTB-Mitteilung

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