Archivierter Artikel vom 20.07.2011, 13:22 Uhr
Stuttgart

Lymphknoten-Bestrahlung bei Brustkrebs

Bei Brustkrebspatientinnen kann die Bestrahlung nicht befallener Lymphknoten eine Behandlungsoption sein. Das geht aus einer aktuellen Studie aus Kanada hervor. Das Verfahren sei schonender als die operative Entfernung, heißt es.

Frau bei Brustuntersuchung
Die Bestrahlung der Lymphknoten nach einer Brustkrebs-OP ist schonender als die operative Entfernung. Zudem könnte sie möglicherweise das Risiko eines Tumorrückfalls senken. (Bild: dpa)
Foto: DPA

Die Studie zeigt, dass die Bestrahlung der Lymphknoten nach der Brustoperation schonender als deren operative Entfernung sei und die Gefahr eines Tumorrückfalls senken könne. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) in Stuttgart hin. Ähnliche Ergebnisse hätten Studien zu Magen- und Lungenkrebs gebracht. Chirurgen entfernen nicht befallene Lymphknoten oftmals vorsorglich, da sich daran zuerst Metastasen bilden.

«Dass das komplette Entfernen der Lymphknoten die Heilungschancen verbessert, wird heute zunehmend infrage gestellt», sagt Prof. Jürgen Dunst, DEGRO-Präsident und Direktor der Klinik für Strahlentherapie an der Universität Lübeck. Seine Gesellschaft habe jedoch noch keine Empfehlung für eine Lymphknoten-Bestrahlung aller Betroffenen ausgesprochen und wolle erst die Ergebnisse von Langzeitstudien abwarten. Diese sollen in etwa drei Jahren vorliegen.

Für die aktuelle Studie aus Kanada erhielten alle Frauen wie üblich nach der OP eine Bestrahlung der Brust, eine Testgruppe zusätzlich eine Bestrahlung der nicht entfernten Lymphknoten in der Achselhöhle.