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Frankfurt

Lucas Röser: Einmal getroffen, und alle Löcher zugemacht

Daran, dass sie in der Schlussminute nach einem gegnerischen Freistoß noch einmal zittern mussten, waren sie selbst schuld. Warum führten die 05-Amateure bei Eintracht Frankfurt II auch nur mit 1:0 am Ende einer Partie, "die verdientermaßen 5:0 oder 6:0 hätte ausgehen müssen", wie Eintracht-Trainer Alexander Schur einräumte.

Doppelt glücklich: Lucas Röser erzielte am Dienstagabend sein erstes Saisontor beim 1:0 der 05-Amateure bei Eintracht Frankfurt II.
Doppelt glücklich: Lucas Röser erzielte am Dienstagabend sein erstes Saisontor beim 1:0 der 05-Amateure bei Eintracht Frankfurt II.
Foto: Eva Willwacher

Aber bitte: Je größer die Spannung, desto größer auch die Erleichterung – "und die ist heute riesengroß", sagte Lucas Röser nach dem ersten Saisonsieg seiner Mannschaft am siebten Spieltag der Regionalliga Südwest.

Doppelter Grund zur Freude

Röser hatte doppelten Grund zur Freude, schließlich war ihm in der zehnten Minute der einzige Treffer des Abends im Volksbank-Stadion am Bornheimer Hang, eigentlich die Heimstatt des FSV Frankfurt, gelungen. Von Nejmeddin Daghfous in Strafraumnähe angespielt, hatte Röser den ihm gewährten Freiraum genutzt, sich gedreht und abgezogen. "Bisschen Glück war dabei, weil der Ball dem Verteidiger durch die Beine ging und der Torwart ihn deshalb erst spät gesehen hat", sagte der 05-Stürmer. "Aber so etwas kann halt auch nur passieren, wenn man versucht, ein Tor zu schießen."

Der Treffer war die frühe Krönung der mit weitem Abstand besten Saisonleistung der Mainzer Amateure. "Offensiv hatten wir in einigen anderen Partien schon ähnlich gute Ansätze gehabt", sagte Trainer Martin Schmidt später, "aber da waren wir in der Defensive immer so löchrig wir Schweizer Käse." Wenn das einer beurteilen kann, dann der Mann aus den Bergen...

Am Dienstagabend jedoch stand die Mainzer Hintermannschaft. Abgesehen von ein, zwei gefährlichen Frankfurter Angriffen pro Halbzeit hatte die 05-Defensive um den herausragenden Stefan Bell (Schmidt: "Auf diesem Niveau ist er einer, der auch einige Ligen höher spielen kann") alle Löcher so dicht gemacht, dass nicht mal ein windiger Steuerflüchtling (um im Schweizer Bild zu bleiben) hätte hindurchschlüpfen können.

Kritik hat das Team aufgerüttelt

Das alles bewerkstelligte die Mannschaft ohne Unterstützung aus dem engeren Profikader, dafür aber mit vielen Akteuren, die am Wochenende noch zuschauen mussten. "Die Kritik, die uns berechtigterweise entgegengeschlagen ist, hat das Team aufgerüttelt und zusammengeschweißt", sagte Schmidt. "Im Training haben wir zudem versucht, den Druck von den Jungs zu nehmen, damit sie heute befreit auf den Platz gehen. Das hat funktioniert."

Den Frankfurtern hingegen schien irgendwer aufgetragen zu haben, sie sollten den Gästen Anschauungsunterricht erteilen. Anschauungsunterricht im Fach "Passivität". Dieser Eindruck drängte sich jedenfalls über weite Strecken der Partie auf – da nämlich ähnelte das Zweikampfverhalten der Eintracht dem der 05-Amateure in den vergangenen Wochen. Und die Mainzer machten das, was zuletzt ihre Gegner gemacht hatten: Sie gingen aggressiv in die Mittelfeldduelle, sie pressten, sie schalteten nach Ballgewinnen, oft tief in der Frankfurter Hälfte, schnell um. Und sie kamen zu Torchancen. Reihenweise, dutzendweise.

Durchschlagskraft noch nicht besser

Nur in einem taten sie es ihren bisherigen Gegnern eben nicht gleich: im Toreschießen. "Andere Mannschaften hätten uns mit einer solchen Leistung schon vor der Pause drei Stück eingeschenkt, und dann wäre das Spiel gelaufen gewesen", monierte Martin Schmidt das Abschlussverhalten seiner Akteure. Immer wieder hatten die sich in gute Schusspositionen gebracht, gut und gerne zehn Hochkaräter herausgespielt. Doch alleine Röser scheiterte viermal in aussichtsreicher Position an Eintracht-Torwart Danny Söder. Und ohne dem Schlussmann zu nahe treten zu wollen, lag dies nicht nur an dessen Reaktionen...

"Unsere Durchschlagskraft war nicht besser als in den bisherigen Spielen", merkte Trainer Schmidt kritisch an. Der Siegtorschütze mochte dem nicht widersprechen. "Aber", sagte Lucas Röser, "das ganze Team hat heute gefightet, um den Sieg zu sichern." Das war gestern Abend die Hauptsache. Und wer weiß, ob ein Kantersieg für die Köpfe der Spieler so gut gewesen wäre wie für die Nerven der Verantwortlichen.

Peter H. Eisenhuth

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