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St. Maur

London gebucht: Degenfechterin Heidemann erleichtert

dpa

Es war eine Zitterpartie bis zum Schluss: Mit Rang drei beim Weltcup in St. Maur qualifizierten sich Deutschlands Degenfechterinnen doch noch für Olympia. Damit kann Peking-Gewinnerin Britta Heidemann in London erneut nach Gold greifen.

Qualifiziert
Imke Duplitzer (r) und Britta Heidemann fahren nach London.
Foto: Kerim Okten – DPA

Sie lagen sich minutenlang in den Armen, als der Totalschaden vermieden und das «Fecht-Wunder» von St. Maur perfekt war. «Jetzt wird gefeiert» – Britta Heidemann und ihre Mitstreiterinnen Imke Duplitzer, Monika Sozanska und Ricarda Multerer waren grenzenlos erleichtert nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation in letzter Minute.

London ruft – auch die Olympiasiegerin von Peking. Die Schmach des 126. Platzes der Weltmeisterschaften von Catania 2011 war getilgt. Und wie: Als es auf den Planchen von St. Maur (Frankreich) um Alles oder Nichts ging, präsentierten sich Heidemann, Duplitzer und Co. wie in besten Zeiten.

«Das war eine tolle Leistung des gesamten Teams, das dem enormen Druck standgehalten hat», kommentierte Bundestrainer Piotr Sozanski das dramatische Geschehen mit dem glücklichen Ende und Rang drei, der nach dem 45:39 gegen den WM-Dritten Italien feststand. Und damit war es klar: Nach Olympia-Silber 2004 in Athen, zweimal Platz zwei und fünfmal Bronze bei den Welt-Championaten seit 2003 sind die Degendamen als drittes deutsches Team nach den Säbel- und Florettherren in London startberechtigt.

«Das war für uns wie ein kleines olympisches Finale», sagte Heidemann. Dem 45:22 gegen Venezuela folgten ein 45:37 gegen die Ukraine. Im Viertelfinale gegen Welt- und Europameister Rumänien lag die ganze Last des Gewinnenmüssens indes auf Duplitzer. Die 36-Jährige übernahm beim Stand von 18:20 das Schlussgefecht, setzte Treffer um Treffer und machte aus dem Rückstand noch ein 25:22.

«Das war Weltklasse, was Imke abgeliefert hat», sagte Sozanski über Duplitzer, die bei der WM in Italien im Bronzegefecht gegen die Gastgeberinnen schwer auf den Hinterkopf gestürzt war und zeitweise noch immer über Schwindelgefühle klagt. Sozanski: «Sie hat das Team geführt, in den entscheidenden Situationen die wichtigen Treffer eingefahren, die Mannschaft vorangetrieben. Hut ab vor Imke, die wieder jene Top-Fechterin war, die wir wegen ihrer Verletzung lange vermisst haben.»

Nach dem 23:24 im Halbfinal-«Sudden Death» gegen den EM-Zweiten Russland musste im Platzierungskampf gegen Italien ein Sieg her, um das Ziel London nicht doch noch zu verfehlen. «Ein Wunder war es wirklich nicht. Wir wussten immer, dass ein Platz unter den besten Drei möglich war», meinte Fecht-Sportdirektor Manfred Kaspar, als jegliche Ungewissheit beseitigt war.

Damit sind drei von vier deutschen Teams in London am Start – gleichbedeutend mit jeweils drei Individual-Tickets. Nur die Florettdamen fehlen. Im Einzel haben Degen-Europameister Jörg Fiedler und die nationale Florett-Titelträgerin Carolin Golubytskyi die Olympia-Qualifikation sicher. Säbelfechterin Alexandra Bujdoso muss ihre letzte Chance bei der Kontinental-Ausscheidung im April in Bratislava wahrnehmen.

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