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Unterföhring

Löw-Aussagen stören Sammer: «Nicht gefallen»

dpa

Das Kompetenz-Gerangel zwischen Joachim Löw und Matthias Sammer über die U 21 geht in eine neue Runde. Der sportliche Schaden des peinlichen Scheiterns der DFB-Nachwuchsauswahl ist schon groß genug, nun gibt dazu wieder Reibungspunkte zwischen Bundestrainer und Sportdirektor.

Verstimmt
DFB-Sportdirektor Matthias Sammer reagiert verstimmt auf die Aussagen von Löw.

Löw hatte in dieser Woche noch einmal betont, dass er die letzte Entscheidung in Personalfragen für sich beanspruche – was Sammer gar nicht schmeckte. «Das ist keine Entscheidung, die einer alleine trifft, was ich auch für mich nicht in Anspruch nehmen würde. Deshalb halte ich nichts von irgendwelchen Aussagen. Das hat mir überhaupt nicht gefallen», merkte der Sportdirektor an.

Man müsse in einem Gremium aus Verbandspräsident, Generalsekretär, Bundestrainer und Sportdirektor die Fakten analysieren und «deutliche Worte» finden, sagte Sammer, der aber gleichzeitig auch seine Stellung hervorhob. «Man kann sich über den Trainer immer austauschen, über alles andere entscheide ich, ist doch klar.»

Bei der Analyse des Vierer-Gremiums dürfte es letztlich um die Zukunft von U-21-Coach Rainer Adrion gehen, der beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) noch einen Vertrag bis 2011 hat. Der Bundestrainer hatte sich auch nach dem Scheitern in der EM-Qualifikation noch einmal für den vom ihm damals durchgesetzten Adrion stark gemacht. Sammer hatte seinerzeit Heiko Herrlich als Trainer des Nachwuchsteams favorisiert.

Zwar hatte Löw im «Kicker»-Interview betont, dass es «keine Konflikte» mit Sammer gebe – aber reibungslos ist anders. Bei seiner Vertragsverlängerung nach der Fußball-WM hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger unterstrichen, dass die letzte sportliche Verantwortung bei Löw liege. Sammer betonte jedoch, dass es «problematisch» sei, wenn man darüber rede wie im Interview, wer welche Personalhoheit habe. «Es gibt ein paar strategische Entscheidungen, die man bei uns im Kreis gut besprechen kann. Deshalb dränge ich ja so darauf nicht zu sagen, ich nur oder nur der Bundestrainer.»

Nach den praktisch wertlosen EM-Qualifikationsspielen der U 21 im September in Tschechien und gegen Nordirland beginnt der Aufbau einer neuen Mannschaft, die sich dann wieder für die EM-Endrunde 2013 qualifizieren soll. Wenn Adrion diesen Neuaufbau einleiten soll, müsste sein Vertrag verlängert werden.

Wie man die laufende Runde zu Ende spielt, hängt auch schon von strategischen Überlegungen ab. Man müsse an die Zukunft und die 2011 beginnende Qualifikation mit einem neuen Jahrgang denken, lautete der Hinweis Sammers. «Darüber muss sich jemand Gedanken machen. Und das kann ja nur der Sportdirektor sein, weil er sich einerseits mit der Mannschaft beschäftigt und andererseits die Linie ein stück weit vorgibt, weil ein Trainer immer seine eigene Mannschaft im Blick hat – egal ob der Bundestrainer oder der U-16-Trainer», positionierte sich der Sportdirektor.

Franz Beckenbauer sieht die Handlungs-Macht vor allem bei Sammer. «Das sollte er lösen. Warum soll man ihm die U 21 wegnehmen?», meinte der «Kaiser» und begründete in der ihm eigenen Art. «Löw, Bierhoff haben genug zu tun mit der A-Mannschaft. Die haben eh keine Zeit. Die sollen die U 21 dem Matthias geben, das ist viel gescheiter.» Und ein Aus wie das jüngste dürfe sich nicht wiederholen. «In dieser Gruppe sich nicht zu qualifizieren, ist fast schon ein Kunststück. Du kannst gegen Italien 1:4 verlieren, aber nicht gegen Island.»

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