Archivierter Artikel vom 23.08.2010, 15:26 Uhr

Löw setzt sich durch – U 21-Trainer Adrion bleibt

Frankfurt/Main (dpa). Joachim Löw hat sich durchgesetzt: Auch bei der deutschen U-21-Nationalmannschaft hat der Bundestrainer das letzte Wort.

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Zusammenhalt
Bundestrainer Joachim Löw (r) steht zu U 21-Coach Rainer Adrion.

Nach dem Kompetenzstreit um die wichtigste Talente-Auswahl des Landes erneuerte Verbands-Chef Theo Zwanziger bei einem Gipfeltreffen in der Frankfurter Zentrale die Zuständigkeit des Bundestrainers in Sachen U-21-Coach. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stellte fest, «dass Bundestrainer Löw den U-21- Trainer benennen kann und dies wie auch bisher in enger Abstimmung mit Sportdirektor Sammer tun wird.»

Rainer Adrion wird damit auch nach dem Scheitern der U 21 in der EM-Qualifikation und zugleich in der Ausscheidung für die Olympischen Spiele 2012 in London «seinen Vertrag beim DFB weiterhin erfüllen», teilte Zwanziger nach dem internen Gespräch mit Löw, DFB- Sportdirektor Matthias Sammer und Generalsekretär Wolfgang Niersbach mit. Der Bundestrainer hatte Adrion weiter als den «richtigen Mann» für die wichtigste Zuliefer-Mannschaft der A-Auswahl bezeichnet. Sammer dagegen hatte für einen sofortigen kompletten Neuaufbau und eine Neugestaltung der Verantwortlichkeit plädiert.

Damit stellte sich Zwanziger bei der gemeinsamen Analyse über «das enttäuschende Abschneiden der U 21», die schon zwei Spieltage vor Abschluss der EM-Ausscheidung alle Chancen verspielt hat, hinter Löw. Ausbildung steht vor Titeln, hatte der Bundestrainer die Prämisse gesetzt: «Natürlich sind die Erfolge in der U 21 schön, aber im Fokus steht die Förderung für die A-Mannschaft.» Sammer hielt Löws Plädoyer pro Adrion, der mit dem DFB noch einen Vertrag bis 2011 besitzt, für deplatziert: «Das ist keine Entscheidung, die einer alleine trifft, was ich auch für mich nicht in Anspruch nehmen würde.»

Zwanziger zeigte sich von den verbalen Auseinandersetzungen seiner beiden prominentesten Angestellten wenig amüsiert und bat zu einem gemeinsamen Gespräch. Dabei dürfte der Präsident auch auf ein Ende des «lächerlichen» Streits in der Öffentlichkeit gedrängt haben. «Gemeinsam haben wir das enttäuschende Abschneiden der U 21 in der EM-Qualifikation analysiert», berichtete der DFB-Boss und kündigte «weitere Gespräche» zwischen Löw, Sammer und Adrion an. Fest steht schon jetzt: Die U 21 bleibt die Chefsache des Bundestrainers, obwohl Löw die Partien der Junioren kaum live verfolgen kann, da sie meist parallel oder zeitnah zu den Länderspielen stattfinden.

Schon seit Jahren belastet das Kompetenz-Gerangel um die U 21 das Klima zwischen Bundestrainer und Sportdirektor, auch wenn Löw von «Konflikten» nichts wissen will. «Alle Dinge sind besprochen», hatte der 50-Jährige nach seiner Vertragsverlängerung bis 2012 erklärt. Sammer habe die Aufgabe übertragen bekommen, im administrativen Bereich auch in der U 21 ganz nah dran zu sein und den Trainer zu unterstützen. Die letzten Entscheidungen aber treffe er, sagte Löw.