Archivierter Artikel vom 17.03.2011, 11:00 Uhr

Löw setzt Masterplan fort: Prozess wird forciert

Berlin (dpa). In der Bundesliga nehmen die Trainer-Turbulenzen kein Ende, Bundestrainer Joachim Löw kann seinen Titel-Masterplan aber in aller Ruhe vorantreiben.

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Jugend-Trip
Bundestrainer Joachim Löw (M) setzt auf die Jugend: Mario Götze (l) und André Schürrle.
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Für die anstehenden Länderspiel-Aufgaben gegen Kasachstan und Australien kündigte der gerade mit einem frischen Vertrag bis zur Fußball-WM 2014 ausgestattete DFB-Coach die konsequente Fortführung seines Erneuerungskurses an. «Der Prozess wird weiter forciert», sagte Löw dem «Kicker». Beste Aussichten auf eine Nominierung an diesem Freitag hat der Mainzer André Schürrle. Michael Ballack wird hingegen wieder fehlen.

Der Kapitän im Dauer-Wartestand muss auch auf das angekündigte klärende Gespräch mit Löw wohl bis zur letzten März-Woche warten, wenn Löw mit seinem Tross in Düsseldorf residiert – nah genug an Leverkusen. «Es gibt keine Tagesaktualität. Er muss nach so langer Verletzungspause sein Leistungsniveau in Leverkusen erreichen», sagte Löw über den (unveränderten) Stand der diffizilen Personalie. Ein kleines Lob hatte der Bundestrainer aber doch parat: «Dort geht es aufwärts mit ihm», sagte er über Ballack.

In der EM-Qualifikation gegen die Kasachen soll am 26. März das bestmögliche Team in Kaiserslautern die fest eingeplanten Punkte für den souveränen Tabellenführer der Gruppe A einfahren. Drei Tage später in Mönchengladbach werden dann im Test gegen Australien wie in dieser Saison schon in Dänemark (2:2) und Schweden (0:0) wieder Alternativen aufspielen. «In diesem Punkt ist die Situation nach der WM noch besser geworden», sagte Löw. Er sehe «viele junge Spieler mit großer Qualität, die vielleicht noch nicht 2012, aber dann 2014 eine wichtige Rolle spielen können».

Den letzten Doppelspieltag vor dem Saisonende in der Bundesliga will Löw mit einem Kader in WM-Stärke angehen. «Ich plane mit 20 Mann und drei Torhütern», sagte er. «Gegen Australien könnte es dann einige Wechsel geben und dadurch könnten Spieler, die noch nicht so oft bei uns zum Einsatz gekommen sind, für jene auflaufen, die in den vergangenen Wochen im Drei-Tage-Rhythmus im Einsatz gewesen sind», sagte Löw. Dabei hat er sicher auch Schürrle im Sinn. «Er hat in den letzten Wochen erfreuliche Leistungen gezeigt, ist sehr torgefährlich», lobte Löw.

Seinen Bayern-Block um Kapitän Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger muss Löw nach dem Münchner Aus in der Champions League nicht mehr vor drohender Überlastung schützen. Mesut Özil und Sami Khedira wären aber Kandidaten für eine Auszeit gegen Australien. Von der guten Form des Duos bei Real Madrid konnte sich der 51-Jährige beim 3:0 gegen Olympique Lyon im Estadion Santiago Bernabeu selbst überzeugen – «Weltklasse» bescheinigte der Bundestrainer seinem Kreativzauberer Özil.

Für die Länderspiele zum Saisonabschluss will Löw seine Planungen nicht ändern und den Kader drei Tage vor dem Test gegen Uruguay (29. Mai) und gut eine Woche vor dem wichtigen EM-Qualifikationsspiel in Österreich (3. Juni) zusammenziehen – trotz teilweise zweiwöchiger Trainingspause fast aller Akteure. «Es wird individuelle Programme für die Nationalspieler geben», kündigte Löw an.