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Berlin

Löw: Nicht von WM-Gastgeber instrumentalisieren lassen

Bundestrainer Joachim Löw will auch bei der WM in Russland auf die moralischen Prinzipien der Nationalmannschaft achten.

Bundestrainer
Joachim Löw will sich und das DFB-Team bei der WM in Russland nicht instrumentalisieren lassen.
Foto: Christian Charisius – dpa

„An einer WM teilzunehmen, bedeutet ja nicht, dass wir uns mit einem System, Regime oder Machthaber gemein machen. Wir lassen uns nicht instrumentalisieren – egal, wo wir spielen, stehen wir immer für unsere Werte ein“, sagte Löw der „Bild“-Zeitung. Das Boulevard-Blatt hatte in einer Umfrage Fußball-Nationalspieler, Funktionäre, Politiker und Sponsoren befragt, ob eine WM in Russland angesichts der Verwicklung des Ausrichters am Krieg in Syrien vertretbar sei.

„Klar ist das schockierend, solche Bilder zu sehen. Wir sind Menschen, so was sieht keiner gerne. Auf der anderen Seite können wir es nicht beeinflussen, wo die WM stattfindet und was dieses Land für eine Politik betreibt“, beschrieb Bayern-Profi Joshua Kimmich die Situation der Spieler.

Teammanager Oliver Bierhoff merkte an, dass man in diesem Jahr noch nicht die Chance gehabt habe, die Profis wie üblich auf die politischen und gesellschaftlichen Gegebenheiten im Gastgeberland vorzubereiten. Dies gehört unter Löw zum fixen Vorbereitungsprogramm. Die DFB-Auswahl kommt in der kommenden Woche in Düsseldorf zur Vorbereitung auf die WM-Tests gegen Spanien (23. März) und Brasilien (27. März) erstmals 2018 zusammen.

Der DFB hatte sich bereits vor dem Confederations Cup im Vorjahr kritisch zu Menschenrechtsfragen in Russland positioniert. Auch im Vorfeld und während der WM wolle man den gesellschaftlichen Diskurs fördern, hieß es im vergangenen Sommer. „Das Leid der Männer, Frauen und Kinder muss ein Ende haben, aber der Fußball kann nicht Probleme lösen, die von der Uno und den großen Mächten dieser Welt nicht gelöst werden. Der DFB wird sich vor und während der WM in Russland für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen, wir werden darauf in allen unseren Gesprächen hinweisen“, sagte Grindel nun der „Bild“.

"Bild"-Bericht

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