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    Berlin

    Liebeserklärung: DFB-Kicker in Schwarz-Weiß

    Miroslav Klose ohne Kopf, die tänzelnden Beine von Mesut Özil, der Ball einsam im Flug über das Fußballfeld - es sind ungewohnte Momente, die die Starfotografin Regina Schmeken festhält.

    Beeindruckt
    Oliver Bierhoff gefallen die ausgestellten Schwarz-Weiß-Aufnahmen.
    Foto: Ole Spata - DPA

    Länger als ein Jahr hat die Künstlerin die deutsche Nationalelf begleitet und mit ihrer Kamera eine ganz eigene Choreographie des Fußballs geschaffen.

    Am Vorabend des WM-Qualifikationsspiels gegen Schweden gab Kulturstaatsminister Bernd Neumann den Anpfiff für die Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau. Sie verbinde die Welt der Kunst mit der Welt des Sports auf außergewöhnliche Weise, sagte der CDU-Politiker bei der feierlichen Eröffnung.

    Der Initiator des Projekts, Mannschaftsmanager Oliver Bierhoff, hatte schon zuvor einen Rundgang im Museum gemacht. «Das Ungewöhnliche ist für mich die eigentümliche Stille, die von den Bildern ausgeht», schreibt er im Katalog. Schmeken spüre im engsten Getümmel des Spiels kontemplative, fast intime Momente auf - «Augenblicke, in denen die Spieler ganz bei sich zu sein scheinen».

    In 45 großformatigen Schwarz-Weiß-Aufnahmen hat die Künstlerin diese Situationen eingefangen: Lukas Podolski voller Energie bei seinem 100. Länderspiel, Torwart Manuel Neuer entsetzt über einen nicht gehaltenen Ball, Bastian Schweinsteiger und Nicklas Bendtner im Duo himmelwärts. Zwischen Ruhe und Bewegung, Stillstand und Aktion erzählt jedes Bild viel mehr, als es auf den ersten Blick zeigt.

    «Eigentlich verstehe ich kaum etwas vom Fußballspiel», gesteht die 1955 geborene Schmeken. «Aber es passiert so viel zwischen den Spielern und dem Ball, das fotografisch umzusetzen spannend ist.» Bewusst habe sie sich nicht nur auf die Helden konzentriert, sondern auch Augenblicke von Enttäuschung und Niederlage gezeigt. «Ein paar Bilder, vor allem vom Italien-Spiel, hätten gar nicht vorkommen dürfen», frotzelt Bierhoff mit Blick auf das 1:2 beim EM-Halbfinale.

    Vor zwei Jahren hatte der Manager eine Ausstellung mit Sportbildern von Schmeken gesehen, die ihn faszinierten. Von März 2011 an begleitete die Fotografin daraufhin die Nationalmannschaft zum Training und zu Spielen, auch zur Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. «Für mich hat es etwas von einem modernen Märchen, dass zwei Welten, die so unterschiedlich sind, sich etwas zu sagen haben», befand sie.

    Für Schmeken, die seit 1986 in Berlin für die «Süddeutsche Zeitung» arbeitet, gehören die Bilder zu einem größeren Werk-Zyklus, in dem sie etwa auch Tänzer und Stabhochspringer beobachtet. Anders als Fotojournalisten könne sie es sich erlauben, die besonderen Augenblicke abzuwarten. «Das ist eine aufregende Situation, die viel Konzentration, aber auch Fleiß erfordert.»

    Die Ausstellung im Lichthof des Gropius-Baus ist bis zum 6. Januar kostenlos zu sehen. Förderer sind die DFB-Kulturstiftung Theo Zwanziger, der Kulturstaatsminister und die «Süddeutschen Zeitung». Zugleich erscheint - mit einer größeren Auswahl an Bildern - Schmekens gleichnamiger Fotoband «Unter Spielern - Die Nationalmannschaft».

    Dass sie das Projekt nach den ersten Absprachen mit einer gewissen Penetranz verfolgt habe, sei selbstverständlich, sagt sie. «Ich versuche wie alle anderen, ein Tor zu machen. Also bleibe ich am Ball.»

    Bilder bei «sueddeutsche.de»

    Ausstellung im Gropius-Bau

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