Archivierter Artikel vom 30.03.2011, 17:22 Uhr

Leichte Tics mit Entspannungsverfahren eindämmen

Dresden (dpa/tmn). Leichte Tics lassen sich in den Griff kriegen, wenn Betroffene lernen, mit der Störung umzugehen. Da sie oft in stressigen Situationen auftreten, können Entspannungsverfahren helfen.

Tics – also spontane, nicht kontrollierbare Bewegungen und Laute – treten oft in stressigen Momenten auf. Verstärkt werden können sie durch emotionale Belastungen. Entspannungsverfahren sind daher ein sinnvoller Teil der Therapie, wie aus den jetzt veröffentlichen Leitlinien zur Behandlung von sogenannten Tic-Störungen hervorgeht.

Tics gehören zu den häufigsten psychisch-neurologischen Störungen. Rund zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter bis 18 Jahre sind davon in der leichten Form betroffen. Die Störung verschwinde oft innerhalb eines Jahres von selbst, erläutert Prof. Veit Rößner vom Universitätsklinikum Dresden, der die Leitlinien federführend entwickelt hat.

Wer sehr unter Tics leidet, in der Schule schlechter wird oder auf sein soziales Umfeld negativ reagiert, kann den Leitlinien zufolge auch mit Medikamenten oder Verhaltenstherapien behandelt werden. Letztere nutzten den Umstand, dass viele Patienten die bevorstehende Tic-Attacke spüren. Sie lernen dann, den Tic mit einer motorischen Gegenantwort zu umgehen. Bei schweren chronischen Formen, dem sogenannten Tourette-Syndrom, empfehlen die Leitlinien auch eine Tiefenhirnstimulation als neurochirurgische Therapie.