Archivierter Artikel vom 11.09.2012, 08:00 Uhr
Mainz

Layenhof: Bands fürchten steigende Mieten

Wo finden Kultur-Initiativen in Mainz bezahlbare Räume? Eine Antwort auf die Frage, die die Hausbesetzer am Zollhafen öffentlichkeitswirksam gestellt haben, lautet schon seit vielen Jahren: auf dem Layenhof.

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Rund 250 Mietverträge mit den verschiedensten kulturellen und sozialen Initiativen gibt es auf dem Layenhof. Proberäume teilen sich meist mehrere Musikgruppen. 
Rund 250 Mietverträge mit den verschiedensten kulturellen und sozialen Initiativen gibt es auf dem Layenhof. Proberäume teilen sich meist mehrere Musikgruppen.
Foto: Harry Braun

Mainz – Wo finden freie Kultur-Initiativen in Mainz bezahlbare Räume? Eine Antwort auf diese Frage, die die Hausbesetzer am Zollhafen öffentlichkeitswirksam gestellt haben, lautet schon seit vielen Jahren: auf dem Layenhof.

Auf dem ehemaligen US-Armee-Gelände zwischen Mainz-Finthen und Wackernheim gibt es 250 Mietverträge mit Vereinen, Bands, kulturellen und sozialen Initiativen. Viele Bands haben Proberaum an weitere Gruppen untervermietet – es geht also um Hunderte von Nutzern. Doch wie lange noch?

Die stadtnahe Grundstücksverwaltungsgesellschaft (GVG) will die maroden Gebäude sanieren – was auch nötig ist. Aber Musiker, Bands und andere Künstler fürchten, dass sie sich danach die Mieten nicht mehr leisten können. Besonders groß ist die Unruhe derzeit im „Kultur“-Gebäude 5856 mit seinen 75 Probenräumen. Es soll in einigen Monaten als erstes saniert werden. Ängste vor einer „Luxussanierung“ machen die Runde. Für heute ist dort die vierte „Planungswerkstatt“ zur Zukunft des Layenhofs angesetzt, Thema: Kultur und Freizeit.

Bald 6 Euro Kaltmiete statt 3,50 Euro?

„Derzeit kostet der Quadratmeter auf dem Layenhof zwischen 3 und 3,50 Euro kalt“, sagt Björn Veit, Vorsitzender des Vereins „Kulturfabrik Airfield“ (KfA). Nach der Sanierung könnten die Kaltmieten sich verdoppeln – das fürchten die Mieter seit einem Treffen mit GVG-Prokurist Ferdinand Graffé. Er habe darauf hingewiesen, dass die üblichen Mainzer Gewerbemieten bei 6 Euro kalt lägen. „Wenn das so kommt, werden sich nur wenige Bands halten können“, sagt Veit voraus. Dass auf dem Layenhof saniert werden muss, bestreitet Veit nicht. „Aber was mich nachdenklich macht, ist zum Beispiel, dass an jeden Probenraum eine Brandschutztür soll. So etwas treibt die Kosten in die Höhe.“

GVG-Geschäftsführer Franz Ringhoffer signalisiert Offenheit für alles, was bei der heutigen Versammlung von den Nutzern kommt. „Wir kommen nicht mit einem fertigen Konzept dorthin.“ Rund 200 000 Euro werde die Sanierung von 5856 kosten. Ein Eckpunkt sei, dass der große Versammlungsraum „auf jeden Fall erhalten“ bleibt.

Verwaltungsgesellschaft will kostengünstige Lösungen suchen

Ringhoffer hofft, dass die GVG in den nächsten Monaten die Genehmigungen bekommt und die Arbeiten ausschreiben kann. Saniert würden Heizung, Sanitäranlagen, Elektrik und das Dach. Der Brandschutz müsse auf den neuesten Stand gebracht werden, doch das endgültige Konzept und die Entscheidung über die Zahl der Brandschutztüren stünden noch aus. „Wir suchen immer die kostengünstigste Lösung“, so Ringhoffer. „Für die Kulturinitiativen aus Mainz und der Region ist der Layenhof eines der interessantesten Gebiete. Das soll auch so bleiben.“ Wenn am Ende 5 bis 6 Euro Kaltmiete herauskämen, sei zu bedenken, dass sich meist zehn oder zwölf Musiker einen Proberaum teilen. Die GVG wolle nachhaltig sanieren. „Sonst kann man das Gelände nicht erhalten.“ Claudia Renner

Die Planungswerkstatt zur Zukunft von Kultur und Freizeit auf dem Layenhof ist am Dienstag, 11. September, um 18 Uhr im Gebäude 5856.