Archivierter Artikel vom 19.07.2011, 10:56 Uhr

Langstreckenschwimmen im Team: Sog für die Dame

Shanghai (dpa). Auch die Langstreckenschwimmer haben jetzt bei der WM ihren Mannschafts-Wettbewerb. Bei den Weltmeisterschaften in Shanghai starten am Donnerstag die Trios am Jinshan City Beach.

Thomas Lurz
Thomas Lurz holte 2008 mit seinem Team EM-Bronze.
Foto: DPA

Im Abstand von einer Minute gehen die Teams auf die Fünf-Kilometer-Strecke, die Zeit des langsamsten Schwimmers zählt. Bei der EM-Premiere 2008 in Dubrovnik/Kroatien belegte Deutschland hinter Italien und Russland Platz drei, vergangenes Jahr in Ungarn gab es nach einer falschen Taktik statt der fest eingeplanten Medaillen nur den vierten Platz.

Im Mannschaftsrennen müssen sich die beiden Männer in der Regel auf das Tempo der langsameren Frau einstellen. Jan Wolfgarten schwimmt vorweg, Rekord-Weltmeister Thomas Lurz (beide Würzburg) hat in der Mitte die schwierigste Aufgabe. «Er muss nach vorne und nach hinten schauen», erklärt Wolfgarten. Isabelle Härle (Heidelberg), die bei der DM über 400, 800 und 1500 Meter Freistil gewonnen hatte, kann im so gebildeten Sog etwa 10 Prozent Kraft sparen.

Um die optimale Geschwindigkeit zu erreichen, macht sich die Frau während des Rennens bemerkbar. Wenn die Geschwindigkeit zu langsam wird, kann sie zum Beispiel an die Füße klopfen – beim Einschwimmen der Beckenschwimmer ist das hingegen streng verpönt. Vor drei Jahren holten Lurz und Wolfgarten mit Britta Kamrau EM-Bronze. Olympisch ist der Team-Event bislang nicht.